Montag, 10. November 2008

Oh baby it's cold outside....

...summte ich heute auf dem Nachhauseweg, denn vor meinem Büro wird gerade ein Christkindlmarkt aufgebaut, draußen war es novemberig frisch und etwas Wind wehte mir um die Nase. It's Schokopudding Time!

Schokopudding ist ja fast schon eine Glaubensfrage. Manche schwören auf Landliebe, andere auf Flana, wieder andere glauben dass "Dany plus Sahne" allenernstes Pudding ist. Dann natürlich noch Diskussionen zur Frage der Geschmacksrichtung: zart-bitter, Milchschokolade, Caramel, Café, Erdbeer (stuck in the 70ies)... Ach, ich fürchte manch ein Krieg wurde in Wahrheit um den Pudding geführt.

Meine laktosefreie Schwester mag natürlich nur Alpro Soja Pudding (der wirklich ein bisserl süchtig macht, auch wenn er weder mit Schokolade, noch mit Vanille, noch mit Caramel auch nur im Entferntesten zu tun hat). An sie denkend beschloss ich mich an ein laktosefreies Puddingrezept zu wagen. Auf Kokosmilch basierend, wird dieser Pudding mit extra viel Kakaoanteil zubereitet und für eine spannende Geschmacksnote noch mit Raz-el-Hanout gewürzt.


Schokopudding einmal anders

400ml Kokosmilch
3EL Zucker
1/4TL Salz
25g Pfeilwurz gemahlen
1TL Raz-el-Hanout (oder ein gutes Curry Pulver)
3EL Kakaopulver (das hochprozentige)
100g Schokolade, gehackt (bei mir: 25g 85%, 25g 70%, 50g Milchschokolade)
1TL Vanillezucker
4EL Kokosnussflocken

  • 300ml Kokosmilch mit Zucker, Vanillezucker und Salz aufkochen
  • in 100ml kalter Kokosmilch die Pfeilwurz, Kakaopulver und Raz-el-Hanout sehr gut verrühren
  • Hälfte der kochenden Flüssigkeit zur kalten gießen und sehr gut verrühren
  • dann zurück in den heißen Topf gießen und nochmals aufkochen
  • vom Herd ziehen und gehackte Schokolade im Pudding schmelzen und verrühren
  • kalt stellen (2h)
  • mit gerösteten Kokosflocken bestreuen und servieren
Anmerkungen: eventuell die Hälfte der Kokosmilch durch Halbfettkuhmilch ersetzen. Ausschließlich 70% Schokolade (Lindt!) verwenden. Kokosflocken weglassen.

Ja, er hat uns ganz köstlich gemundet, nur die geliebte Schwester war leider nicht rechtzeitig zur Pudding Time da .... muss ich ihn eben nochmals kochen.

Sonntag, 9. November 2008

Café Orient

Nach einem äußerst unterhaltsamen Theaterbesuch im Ateliertheater, besuchten Babsi, Matthias und meine Wenigkeit das viel gepriesene Café Orient (ehemals "2nd Home")in der Neubaugasse.

Der Name erweckt - zumindest in meiner blühenden Phantasie - gewisse Vorstellungen, die aber nicht erfüllt werden. Die Einrichtung ist eher kühl und nach Orient sucht man fast vergebens... ja, wäre da nicht in der letzten Ecke des Lokals eine etwas unbequem wirkende Shisha Ecke.

Die Tische zieren rot-weiss karierte Tischtücher (2 japanische Touristinnen, die durch Zufall in das Lokal stolperten, waren vor lauter österreichischem Charme wohl ganz euphorisch.). Von morgenländischer Gastfreundschaft war dann bei der Kellnerin auch recht wenig zu spüren. Exotische Getränke - wie der gewünschte Pastis, Ouzo, Raki - führe man nicht. (wieso heißt man dann Orientcafé?)

Nun 2 positive Anmerkungen (selbstverständlich abgesehen von meiner äußerst charmanten und unterhaltsamen Begleitung):
  • Der Falafel Teller! Eine Freude! Frisch zubereitet, wunderbar gewürzt, auf etwas hauchdünnem Fladenbrot und hausgemachten Humus. Dazu etwas Salat. Ein Gedicht!
  • Die Musikauswahl ist eine vielseitige Freude für die Ohren (nicht orientalisch).
Der von mir inspizierte - aber nicht bestellte Käseteller - sah ebenfalls sehr vielversprechend aus.
bitte Bild anklicken
Café Orient
7., Neubaugasse 59
Tel: 01/ 23 66 858
Mo-So: 16:00 - 24:00

Polentaschnitte und Tomatensuppe

Wenn Sophie diesen Titel liest, wird sie gleich quietschen und schreckliche "Köstlich" Alpträume werden gedanklich an ihr vorbeiziehen. Schließlich sind wir seit letzter Woche offizielle Gegner unseres ehemaligen Lieblings-Lunchlokals. Was Sophie schon seit Wochen mantrahaft vorbetet - nämlich, dass die Qualität ganz böse nachgelassen hat - musste ich mir letzte Woche entgültig eingestehen.

Kurzer Exkurs zum Abstieg des Köstlich:
  • Montag aß ich dort folgendes Menü:
  • Total versalzene Suppe
  • verzuckerter und lascher Salat
  • letscherte Schaumrolle gefüllt mit grauem Schaum

Natürlich habe ich reklamiert und musste mir erklären lassen, dass die Suppe nicht versalzen sondern säuerlich ist (diese beiden Dinge kann ich gerade noch auseinander halten), der Salat einwandfrei (ich esse besagten Salat mind. 3 mal pro Woche und kann beurteilen wenn er grauenvoll ist) und für die Schaumrolle übernehmen sie keine Gewähr, denn das Produkt wird zugekauft (welch eine Logik). Keine Entschuldigung, keine Geldrückerstattung, keine Gutscheine...gar nichts. So also das traurige Ende einer Lunchbeziehung. Ich ändere mein Rating auf: Nicht empfehlenswert!

Im Köstlich gibt es häufig Polentaschnitten. Die mochen wir noch nie, weil sie neutraler sind als die Schweiz.

Umso größer die Freude, dass ich heute ganz besonders gute Polentaschniten gezaubert habe. Idealerweise hätte ich sie zu einer gemüsigen Tomatensauce kombiniert. Die geliebte Schwester hatte aber leider die ebenfalls sehr geliebten Dosentomaten stibiezt. Also entschied ich mich als Beilage für Tomatensuppe (Taschls Blitztomatensuppe wird nämlich mit Tomatensaft hergestellt.)


Polentaschnitten und Tomatensuppe

240g Polenta (mittel oder fein)
0,75l Wasser oder Gemüsebrühe
60g geriebenen Parmesan
3 EL Olivenöl
5 EL Butter
5 Zwiebeln, gewürfelt
Rosmarin, Pfeffer, Salz, getrockneten Chili

  • Polenta mit der Hälfte des Wassers verrühren und 10min. stehen lassen.
  • Zwiebeln und ein wenig Rosmarin in 2EL Butter und 2EL Olivenöl goldbraun schmurgeln.
  • In einem Topf das restliche Wasser zum Kochen bringen, 1/2TL Salz hinzufügen.
  • Die Polenta im Wasser solange kochen bis es beim Probieren nicht mehr zwischen den Zähnen knackt (ca. 5min.)
  • 1 EL Butter, 2/3 der Zwiebel und Parmesan untermengen.
  • Eine Auflaufform buttern und mehlen
  • Polenta in der Form verteilen
  • mit 3EL Olivenöl beträufeln, Salzen, Pfeffern und mit etwas gehackten Rosmarin bestreuen
  • bei 200°C (Unter-Oberhitze) ca. 45min backen (bis sie golden ist und sich die Ränder leicht von der Form lösen)
  • während der letzten 2Min. mit 1EL geriebenen Parmesan "überbacken"

1l Tomatensaft
1
EL gehackten Ingwer
1
EL Butter
1
EL Mehl
Salz, Pfeffer
1
TL Zucker
3
EL Schlagobers (falls vorhanden)

  • Mehl und Butter in Topf anschwitzen
  • Tomatensaft, Ingwer, Zucker, Salz und Pfeffer hinzufügen
  • 10Min. kochen
  • am Ende das Schlagobers unterrühren
  • nach Geschmack mit frischen Kräutern verfeinern (Koriander passt sehr gut).

Suppe auf Tellern anrichten.
Polenta in Schnitten schneiden mit ein wenig der beiseite gestellten Zwiebeln bestreuen.
Polentaschnitte zur Suppe reichen.


Sonntag, 2. November 2008

Weisser Adler - Gansl Essen

Letzten Sonntag trieb es uns über die Höhenstraße nach Königstetten wo wir uns in lustiger Runde zum Ganslessen versammelten. Aber nur essen - NEIN - das wäre zu einfach gewesen. Wir nutzten den Herbsttag für eine kleine Wanderung über den Tulbinger Kogel, Hainbuch, Greifvogelstation und St. Andrä. Entlang des Planetenwegs erreichten wir die Greifvogelstation. Jetzt wissen wir, dass manche Adler "Hosen" tragen und können Fleckenuhus von Falken unterscheiden. Sophie war besonders fasziniert von der Lieblingsspeise der Vögel ... das sind nämlich süße, kleine, gelbe Küken.

In St. Andrä angekommen fanden wir uns etwas verloren mit einer 10km langen Bundesstraße konfrontiert. (da hatte die Organisatorin die Wanderkarte bei der Planung falsch interpretiert) Das Landtaxi rettete uns schließlich und brachte uns heil zum Gansl nach Königstetten.


Ganslessen beim Weissen Adler

Viel wurde mir vorgeschwärmt vom "Weissen Adler". ....so ein schönes Wirtshaus ...hervorragende Küche.

Naja, ich war leider nicht so ganz überzeugt. Das Service verhielt sich etwas chaotisch. Meine Suppe war ok, (Suppengemüse in Blumenform ausgestochen....sehr hübsch) aber nicht der Renner. Da ich kein Gansl esse, dafür die Beilagen umso mehr liebe bestellte ich Rotkraut und Knödel. Was soll ich schreiben? Das Rotkraut war sehr ok. Die Knödel aber steinhart und gar nicht flaumig. Darauf hingewiesen zeigte sich der Wirt recht ungerührt und verrechnete mir dennoch €8,50 für meinen mageren Beilagenteller (2 Baby Knödel, eine handvoll Kraut).

Bei Sophie probierte ich dann doch noch eine Gabel vom Gansl. Das war wirklich köstlich.

Nachspeise habe ich nur bei Antschi gekostet: Nougat Knödel. Ziemlich patziger Teig, aber geschmacklich nicht schlecht.

Ich bin der Überzeugung, dass wir einen schlechten Tag erwischt haben und möchte unbedingt nochmal hin. Diesmal auf das berühmte Schnitzel!
Weisser Adler
Wienerstraße 30
Königstetten
Ganslessen: € 17,50

Café der Provinz


Das Café der Provinz liebe ich im Sommer, weil die Maria-Treu Gasse eine der schönsten Gassen Wiens ist. Jetzt war ich erstmals zur kühleren Jahreszeit dort und es ist sooo charmant! Aber von Anfang an: Valentin und mich gelüstete es nach Crêpes/ Galettes. So spazierten wir gemütlich von der Stadt in den 8. Bezirk (vorbei am Rathausplatz, wo Ende Oktober bereits der Christkindlmarkt aufgebaut wird?!?!?!)

Im Café der Provinz angekommen mussten wir uns zuerst an die warmen Temperaturen im Lokal gewöhnen und ein Tischchen für Valentins lange Beine finden, denn er stieß bei jedem mit den Knien an. Sobald diese Probleme gelöst waren orderten wir Galettes und Cidre (nach alter normanischer Tradition) und einen kleinen Salat mit Senf Dressing. Umschunkelt von Nora Jones erwarteten wir sodann unser Essen und das kann in diesem charmanten Café schon mal eine ganze Weile dauern. Aber man nimmt es gerne in Kauf und es hat sich gelohnt. Ich erfreute mich an einer "Galette Förster" mit Speck, Käse, Kräutern und Zwiebeln. Der Speck wird hier durch "Verhackert's" ersetzt. Schmeckt köstlich, man braucht aber jede Menge Cidre um seinem Magen soviel Fett zumuten zu können. Der Salat war sehr gut auch wenn es der Koch leider nie schafft die verschiedenen Zutaten zu einer sämigen Sauce zu verrühren.

Zur "Nachspeise" gönnten wir unseren Mägen noch einen Pastis.

Comme en France!

Samstag, 1. November 2008

Halloween Dinner

Nachdem ich meine lieben Studienkollegen (und sie mich) schon soooo lange nicht mehr gesehen hatte, veranstaltete ich ein kleines Abendessen. Zufällig viel das Datum auf Halloween und so war am Anfang großes Gefrage "ob man denn nun verkleidet kommen müsse" etc. Zum Halloween Essen habe ich die Kochbücher gewälzt und habe mich dazu entschlossen weder Blutsuppe, noch Fingernagel Chips zu machen, sondern ein ganz normales Abendessen. Das einzige "spooky" Element waren kleine Baiser Geister.

Meine Gästezahl reduzierte sich kurz vor Veranstaltungsbeginn leider um 2 Personen, was der Stimmung keinen Abbruch tat. Joelle kam als einzige verkleidet und zwar als "moderne" Hexe. Die moderne Hexe reitet z.B. auf einem Swiffer und nicht auf einem ordinären Besen durch die Nacht.

Hier kurz zu den Gerichten, die gut angenommen wurden:

Mozarella Radicio Mango Salat

1 Mozarella
1 kleiner Baby Radicchio
1 reife Mango
1 Handvoll Basilikum
4 EL Olivenöl
2 EL weisser Balsamico/ Apfelessig
Salz, Pfeffer
  • Basilikum von den Stämmchen zupfen und mit Olivenöl, Salz und Pfeffer im Cutter zu einem Pesto verarbeiten. Zum Schluss den Essig hinzugießen.
  • Den Radicchio in Blätter teilen und mit wenig Essig, Olivenöl, Salz und Pfeffer marinieren
  • Mango in Scheiben schneiden und auf einer Platte anrichten
  • Radicchioblätter darüber verteilen
  • Mozarella in Würfel schneiden und über die Radiccioblätter streuen
  • Basilikum Pesto hübsch darüber gießen
  • Abschließend nochmal ein wenig Pfeffer

Rote Rüben mit Krensauce

500g Rote Rüben, gekocht und geschält (Fertigprodukt)
100 ml Apfelessig
Salz, Pfeffer, Prise Kümmel, Prise Zucker
1 EL Krenn, frisch gerieben

125g Sauerrahm
4 EL Joghurt
2 EL Creme Fraiche
1 TL Apfelessig
2 EL Kren
Salz, Pfeffer

  • Salat:
  • Essig, Salz, Pfeffer, Prise Zucker, Prise Kümmel aufkochen
  • Rote Beete blättrig schneiden und mit Essigsud übergießen
  • Krenn untermischen
  • mind. 2h im Kühlschrank ziehen lassen
  • Sauce:
  • Alle Zutaten vermischen

Mousse au Chocolat

200ml Schlagobers
2 Dotter
2 Eiklar
2 EL Zucker
75g Schokolade (70%)
25g Milchschokolade
1 EL Rum (oder Baileys, Armanac , Amaretto...)

  • Schokolade über Wasserbad schmelzen
  • Eiklar mit einer Prise Salz steif schlagen
  • Schlagobers schlagen
  • Dotter mit Zucker und Rum schaumig rühren
  • Schokolade (etwas abkühlen lassen) zur Dottermasse hinzufügen und gut vermixen
  • Schlagobers untermischen
  • Hälfte des Eischnees untermischen
  • andere Hälfte vorsichtig unterheben
  • mind. 4h kalt stellen