Der
Polsterzipf ist ein Klassiker der Österreichischen
Mehlspeisküche. Als ich klein war, gab es beim Heurigen immer als Nachspeise
Polsterzipf.
Topfenteig mit
Ribiselmarmelade.
Hmmmmm. Dazwischen kam dann der Niedergang des
Polsterzipf: Fertigblätterteig mit
Ribiselmarmelade mit möglichst wenig Fruchtanteil und oben einer dicken Staubzuckerschicht. (Wer
mich kennt, der weiß, dass ich dicke Staubzuckerschichten überhaupt nicht leiden kann. Ich habe immer das Gefühl, dass diese Schichten nur dem Zweck dienen etwas zu verstecken.)
Gegen Ende der Schulzeit war dann eine Wiener Großbäckerei erstmals auf dem Vormarsch. Dort gab es zu Anfang ein ganz hervorragendes
Ribiseltascherl. Das war im Grunde ein riesiger
Polsterzipf. Die ersten Jahre war er ganz großartig, aber dann wurde das Rezept geändert und mittlerweile ist er leider nur noch fettig und hat schlimm an Geschmack einbüßen müssen.
Auf die Idee selbst einen
Polsterzipf zu backen bin ich erst bei der
Greisslerei des
Taubenkobel vor einigen Wochen gekommen. Sonntag Abend im Burgenland. Alles hat zu. Da fällt dem
Tangoero doch noch die
Greisslerei ein. Wir erreichen sie kurz vor der
Sperrstunde und können noch zum Servieren einer Krautsuppe und einer
Hühnerleberpastete überreden. Die Krautsuppe (herrlich
pannonisch, ungarisch, österreichisch) löst in mir einen Haufen an
Kindheitserinnerungen und einen schier unbändige Lust auf
Polsterzipf aus.
Langer Rede, kurzer Sinn: Ich habe mich an den
Plachutta gehalten. Das Rezept ist
watscheneinfach. Ich finde, dass man die
Polsterzipfe möglichst klein machen sollte. Dafür kann man dann ja mehrere essen. Sie sehen so besonders hübsch aus und überhaupt hat man dafür mehr knusprige Ecken.
Polsterzipf
(nach Plachutta: Die gute Küche)
(für 20 kleine Zipfe, Zubereitungszeit: 20 Min. + 1 h Kühlzeit + 15 Min. Backzeit)
125g Butter
125g
Topfen, 20 %
125g Mehl, glatt
Ribiselmarmelade (oder auch
Preiselbeer oder
Marille)
1 Ei,
verquirlt
Mehl für die Arbeitsfläche
- Butter, Topfen und Mehl schnell mit den Händen zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten, in Alufolie wickeln und eine Stunde in den Kühlschrank legen.
- Arbeitsfläche mit Mehl bestreuen.
- Teig dünn auswalken, Quadrate von 4 mal 4 cm ausschneiden, ein wenig Marmelade in die Mitte setzen, Ränder ganz wenig mit Wasser bestreichen, zum Dreieck zuklappen.
- Polsterzipfe auf ein Blech mit Backpapier setzen.
- Mit einem Pinsel dünn mit Ei bestreichen.
- 15 Min. bei 200°C backen.
- Aus dem Rohr nehmen und mit Staubzucker bestreuen.