Samstag, 10. März 2012

Bio Burgermeister


Aus beruflichen Gründen verschlägt es mich in Zukunft vermehrt nach Salzburg und Oberösterreich. Ganz langsam erschließe ich mir die kulinarischen Seiten der Region. Ich beginne mit einer gänzlich „unsalzburgischen“ Entdeckung: die Bio Burgermeister. Im Internet war ich auf der Suche nach vegetarischen Lokalen. Die Erfahrung zeigt, dass diese für ein unkompliziertes und schnelles Mittagessen jenseits vom Leberkässemmerl meist die beste Wahl sind.

Auf einem vegetarischen Forum stieß ich auf die Bio Burgermeister und was ich las klang verlockend gut (und nicht sehr vegetarisch).

Ich fuhr also in den Stadteil Mülln, der mit einem großen Parkplatz gesegnet ist. Der große Parkplatz ist mir einen Absatz wert. Eigentlich wollte ich hier schreiben, dass Parkplätze und -garagen in Salzburg unglaublich teuer sind (80 Cent/30 Min → 1,60 EUR/h). Nachdem in Wien die Parkgebühren (2 EUR/h) erhöht wurden erscheint mir Salzburg plötzlich ganz günstig. In Mülln jedenfalls findet man eine große Parkfläche mit Charme. Ein Herr bietet seine Autowaschdienste an und bezahlt wird nicht bei einem anonymen Automaten, sondern bei einem freundlichen älteren Herrn, der in einem kleinen Glashäuschen das Geschehen überwacht. Der Herr nimmt meine Parkkarte, führt sie in einen Mini-Parkautomaten ein. Liest für mich den Preis vom Display ab. Ich gebe ihm das Geld, er mir meinen Parkschein. Er wünscht mir eine gute Fahrt. Sehr angenehm.

Die Bio Burgermeister sind ein kleines Geschäftelchen. Hinter dem Grill schwingen zwei Herrn mit großem Elan die Kochlöffel. Es gibt etwa 12 Sitzplätze. Die Burgerkarte bietet bekanntes (z.B. Cheeseburger), besonderes (z.B. mit hausgemachter Blauschimmelkäsesauce), vegetarisches (z.B. mit Gemüselaibchen oder Tofu) und wöchentliche Specials.

Als Beilage werden Hausgemachte Chips angeboten. Diese Chips werden frisch frittiert, haben eine wunderschöne Bräunung (schmecken entsprechend intensiver) und werden mit hausgemachtem Ketchup serviert.

Die Wartezeiten sind kurz. Mein Burger wurde nach ca. 5 Minuten serviert.

Hier ist alles bio. Das ist aber eigentlich nicht ausschlaggebend. Viel mehr finde ich die Tatsache erfreulich, dass sich jemand wirklich Gedanken über alle Burgerkomponenten gemacht hat. Das Weckerl (Burger Bun) wird von einer Bäckerei extra für die Bio Burgermeister gebacken und hat genau die weiche, leicht briochige Konsistenz die man sich erwartet. Dieses Weckerl wird vor dem Belegen aufgeschnitten und kurz angetoastet. Die Saucen sind selbst angerührt, das Fleisch kommt vom Fleischer des Vertrauens. Getränke kann man sich selbst aus dem Kühlschrank nehmen und kann neben den üblichen Burgerbegleitgetränken auch aus einem reichen Angebot an guten Fruchtsäften und – dem in Salzburg omnipräsenten – Kombucha wählen. Natürlich gibt es auch einige fein ausgesuchte Biere.

Und wie hat es geschmeckt? Großartig. Von allen bisher in Österreich probierten Burgern der beste. Das Fleisch wunderbar saftig, sodass es richtig aus dem Burger rausrinnt und sich auf dem Pappteller mit den Saucen vermischt. Ganz köstlich. Einzig die Fleischportionierung könnte besser auf die Bungröße angepasst werden. Ich meine weniger die Fleischmenge pro Burger, als die Verteilung. Wer seinen Burger richtig fleischig möchte, der sollte vielleicht ein zweites Fleischlaberl (Pattie) dazubestellen. Für mich war die „normale“ Größe gerade richtig.

Bio Burgermeister
Müllner Hauptstr. 33
5020 Salzburg


Donnerstag, 2. Februar 2012

Hendl-Tagine mit Zitrone und Oliven

Liebe Leser! Aufgepasst! Dieses Rezept muss nachgekocht werden! Ihr wisst noch nicht was es diesen Sonntag geben soll? oder ihr müsst jemand ganz netten bekochen? es gibt etwas zu feiern? Voila!

Dieses Hendl ist ein Gedicht. Das Rezept kommt aus einem meiner Lieblingskochbücher "Arabesque" von Claudia Roden. Wie der Titel bereits vermuten lässt, dreht sich in diesem Kochbuch alles um die Küche Marokkos, des Libanons und der Türkei. Sehr schöne Bilder, gut erklärte Rezepte. Ich habe es bereits mehrmals von vorne bis hinten durchgelesen.
Das Gericht ist ein Klassiker der marokkanischen Küche und wird eigentlich in einer Tagine zubereitet. Dieses Kochgeschirr mit dem kegelförmigen Deckel. Ich besitze sogar so eine Tagine. Aber ich benutze sie eigentlich nie und nehme stattdessen einen Schmortopf (dicker Boden) oder einen ganz normalen großen Topf. Wichtig ist, dass er schön weit ist, damit ein Großteil der Zutaten direkt am Topfboden liegt.

Für dieses Rezept benötigt man eigentlich eingelegte Zitronen. Das sind Zitronen die mit Salz haltbar gemacht werden und so einen ganz eigenen Geschmack entwickeln. In Österreich sind sie echt schwer zu bekommen. Man kann sie aber einfach selbst zubereiten. Dazu folgt diese Woche noch ein Rezept. Hat man jetzt aber keine "richtigen" eingelegten Zitronen, so nimmt man einfach etwas frische Zitronenschale. Das ist zwar nicht dasselbe, aber das Gericht bekommt ein wunderbar zitroniges Aroma.
Für das Rezept keinesfalls nur Hühnerbrustfilet verwenden. Einfach beim Fleischer ein ganzes (glückliches) Hendl erwerben und gleich vor Ort in 7-8 Teile zerlegen lassen. (den Rücken mitnehmen, der ist gut für die Sauce).

Ok, jetzt suche ich nach Worten für das Photo. Ich sage nur: ich hatte Hunger, es musste schnell gehen. Und ja, Handykameras sind vielleicht nicht die beste Lösung. Aber, dafür wird dieses nach marokkanischer Art zubereitete Hendl auf einem original (und selbst importierten) marokkanischen Teller präsentiert. Das wiegt die Sache mit dem Photo wieder auf. Finde ich.


Hendl-Tagine mit Zitrone und Oliven
(für 4 Personen, Zubereitungszeit: 1h)
(nach "Arabesque" von Claudia Roden)


3 EL Olivenöl
2 Zwiebeln, ganz fein gehackt, oder gerieben
3 Knoblauchzehen, zerstoßen
1/2 TL Safran, im Mörser fein zerstoßen
1/4 TL gemahlener Ingwer
1 Hendl, zerteilt
Salz und frisch gemahlener Pfeffer
Saft von 1 Zitrone
2 EL Koriander, gehackt
2 EL Petersilie, gehackt
Schale von 2 kleinen eingelegten Zitronen (oder etwas Schale von einer unbehandelten Zitrone)
12-16 Oliven in Lake (falls sie sehr salzig sind bis zu eine Stunde wässern)

  • In einem großen Schmortopf, in dem alle Hendlteile nebeneinander Platz haben, das Öl erhitzen.
  • Zwiebel zugeben und bei schwacher Hitze anschwitzen bis sie weich werden. Dann den Knoblauch, den Safran und den Ingwer untermischen.
  • Die Hendlstücke einlegen, mit Salz und Pfeffer würzen und etwas 300 ml Wasser zugießen.
  • Unbedeckt köchlen lassen und die Fleischstücke regelmäßig wenden. (falls es zusehr einkocht, dann noch etwas Wasser zugießen)
  • Nach 20 Minuten die Filets herausnehmen und beiseitestellen.
  • Das restliche Fleisch weitere 25 Minuten garen und dann die Filets wieder einlegen.
  • Zitronensaft, Koriander, Petersilie, Zitronenschale und die Oliven untermengen und unbedeckt 5-10 Minuten köcheln lassen, bis die Sauce schön sämig ist.
  • Ist die Sauce immer noch zu dünn, die Hendlstücke herausnehmen, die Sauce weiter einkochen lassen und das Fleisch darin anschließen kurz wieder erhitzen.
Anmerkungen:
  • ich habe dieses Gericht mit gekochter Hirse serviert. Die Hirse hat einen guten Eigengeschmack und saugt die Sauce wunderbar auf.
  • ich habe der Sauce zum Schluss noch 200g Artischocken (aus dem Glas in Lake, Lake abgegossen und kurz unter Wasser abgespült) hinzugefügt.

Mittwoch, 1. Februar 2012

Havanna

Havanna, das Paris der Karibik. Eine Stadt die viel Vergangenheit hat und sich die Zukunft erst erkämpfen muss. Koloniale Prunkstadt und Freihafen, dann Mafiahochburg und heute heruntergekommene Hauptstadt mit viel Charme längst vergangener Tage.

"La Habana" (wie sie eigentlich heißt) ist anders als das restliche Kuba. Man spürt, dass hier der Kampf ums Überleben härter ist, als in kleineren Städten oder am Land. Die Straßenverkäufer sind hartnäckiger, die Gassen schmutziger, alles teurer und der Verfall so offensichtlich wie nirgendwo sonst. Eine wilde Melange aus karibischer Ungezwungenheit, bröckelnden Prunkbauten, kommunistischen bauwerklichen Machtbekundungen und natürlich dieses besondere Flair, das jeder Hafenstadt innewohnt. In manchen Vierteln (vor allem in touristischen) wird emsigst renoviert. In den meisten Gegenden aber schreitet der Verfall ungebremst voran. Es fällt schwer abzugrenzen, ob von Sanierung oder Neubau zu sprechen ist, wenn von einem Gebäude nur noch die Fassade steht. Die Renovierung in von Touristen stark frequentierten Gegenden erinnert in manchen Straßen ein wenig an Disneyland. So unwirklich perfekt. Die Bevölkerung scheint von diesen Verbesserungen nur begrenzt zu profitieren.

Trotz oder gerde wegen aller Widrigkeiten nimmt einen Havanna ein. Die (teilweise unfreiwillige) Entspanntheit der Menschen steckt an. Hier ist noch Zeit zu Mittag an einem Wochentag mit Freunden im Hauseingang zu sitzen, eine Zigarre zu rauchen und zu tratschen. Männer treffen sich gemütlich am Nachmittag um das Auto des Nachbarn gemeinsam zu reparieren. Hier freut sich der Gastgeber diebisch, wenn er aus irgendeiner Quelle an holländischen Gouda gekommen ist und ihn wie eine Trophäe seinen Gästen präsentieren kann. Man hat nicht viel und so wird nichts verschwendet, sondern alles verwendet, bis nichts mehr übrig ist.


Wasserkanister auf jedem Dach

im Coco Taxi über den Malecón düsen

auf dem Malecón

Propaganda in Vedado

das berühmteste Eisgeschäft Cubas

auf dem Bauernmarkt

staatliches Geschäft

der große Friedhof von Havanna - "Necropolis Cristobal Colon"



Bestattungswagen (ebenfalls aus den 50ern)

Propaganda überall

Kellner entspannen vor einem Cafe auf der Plaza de la Catedral

pompös ausgestattete Kirche "Iglesia de la Merced"

Halle des Hauptbahnhof

Alltag

staatliche Lebensmittelgeschäfte - das Angebot ist übersichtlich

die berühmte Bodeguita del Medio - Mojito rulez!

Blick in Richtung Hafen

von wegen "kleine Inselhauptstadt"

alter Glanz mit viel Leben

Büro Fassade

Gran Teatro de la Habana - die Oper von Havanna (und Links ein Spitzerl vom Kapitol)

Montag, 23. Januar 2012

Grashopper - Schokolade-Pfefferminz-Shake

Hier ein eigenwilliges Rezept, das beim Durchlesen vielleicht irritiert, aber wirklich köstlich schmeckt. Erraten, auch dieses Rezept kommt aus meiner Detox Liste. Ich habe es bei Gwyneth Paltrow gefunden und fand den Namen "Grashopper" irgendwie einladend.
Ist schnell gemacht, schmeckt ein wenig nach After Eight und ist sehr bekömmlich. Sehr angenehm am Abend.

Grashopper - Schokolade-Pfefferminz-Shake
(für 1 Portion, Zubereitungszeit: 15 Minuten)
(nach Gwyneth Paltrow)

250ml Pfefferminztee, heiß/warm
1 EL Kakaopulver (reines Kakaopulver, kein Kakaogetränkpulver)
Prise natürliches Süßungsmittel (ich Stevia, sonst bisserl Honig)
1 TL Kokosöl (kann man auch weglassen, nicht durch anderes Öl ersetzen)
1 EL Cashewkerne
  • Kakaopulver, Stevia, Kokosöl und Cashewkerne in ein mixertaugliches Gefäß geben.
  • 1/3 des Pfefferminztees zugießen und mit dem Stabmixer ca. 1 Minute zerkleinern bis die Nüsse nicht mehr erkennbar sind.
  • Restlichen Pfefferminztee dazu gießen. Nochmals kurz aufmixen.
  • Genießen.

Sonntag, 22. Januar 2012

Juwelenreis

Die letzten Wochen haben kulinarisch viel Abwechslung geboten. Zuerst im Dezember (ja, ich darf so weit ausholen, weil mein letzter Post ja schon seit Mitte Dezember her ist) die wunderbare Weihnachtsvöllerei. Ich erinnere mich freudig an das grandiose Roastbeef meiner Mutter am heiligen Abend. Es folgte creolische und italienische (diese karibisch sehr verzerrt) Küche auf Cuba. Unvergesslich wird hier wohl die Kokosnusssauce in Baracoa (ganz im Osten der Insel) bleiben. Es folgte eine geschäftlich recht stürmische Woche mit Flughafen- und Flugzeugessen und jeder Menge Geschäftsessen.

All dieses Essen das nagt ein wenig an mir und so ist das erste Rezept dieses Jahres ein Detox Rezept. Das soll aber niemanden vom Nachkochen abhalten. Eigentlich handelt es sich um ein „normales“ Rezept, das zufällig meinen Detoxkriterien entspricht. Ich habe das Rezept am Flughafen in der aktuellen Jamie Oliver Zeitung entdeckt. Das Photo war so ansprechend und zu meiner Freude enthält es nur Detox-freundliche Zutaten. Geschmacklich habe ich es bereits Detoxern und Nicht-Detoxern vorgesetzt und alle waren sehr angetan von Geschmack und Aussehen dieses „Juwelenreis“. Eignet sich sehr gut als Abendessen und schmeckt auch noch am nächsten Tag.


Jewelled Rice – „Juwelenreis“
(für 4-6 Hauptspeisen, Zubereitungszeit: 35 Minuten)
(adaptiert nach Jamie Oliver Kochmagazin 1/2012)


300g roter Reis, Basmati oder eine Mischung (ich roter Camargue Reis)
1 walnussgroßes Stück Butter (ich 1 EL Olivenöl)
3 rote Zwiebeln, in feinen Scheiben
1 Dose Linsen (400g)
75g Pistazien, gehackt (ich Cashew)
100g getrocknete Sauerkirschen (ich 50g)
Saft von 2 Zitronen
1 großer Bund Minze, abgezupft und grob gehackt
1 großer Bund Koriander, abgezupft und grob gehackt
extra Olivenöl
½ Granatapfel, Kerne ausgelöst
2 Handvoll Spinat, gewaschen und in feine Streifen geschnitten
Salz und Pfeffer (ich weißen Kampotpfeffer)
  • Reis nach Packungsanweisung kochen.
  • In der Zwischenzeit 1 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin 15 Minuten braten, bis sie karamellisiert sind.
  • Gegarten Reis mit Linsen, Cashews, Kirschen, Granatapfelkernen und Zitronensaft in einer Schüssel vermengen.
  • Mit Salz und Pfeffer würzen.
  • Kräuter und Spinat unterheben.
  • Wenn notwendig noch Olivenöl hinzufügen.
  • Anrichten und mit den gerösteten Zwiebeln garnieren.
Anmerkungen:
  • Möchte man den Reis über mehrere Tage verteilt essen, so sollte man die Kräuter und den Spinat weglassen und immer erst kurz vorm Servieren unterheben. Andernfalls werden Kräuter und Spinat gatschig und verlieren ihr feines Aroma.

Sonntag, 11. Dezember 2011

Elisenlebkuchen

Ist man in der glücklichen Lage ein bezauberndes Patenkind namens Elise zu haben, so möchte man dieses natürlich zur Weihnachtszeit feiern. Wie ginge das besser als mit einem Elisenlebkuchen?

Ich bin ja ein Banause und kenne Elisenlebkuchen aus Märchen und aus der Backstube eines in Supermärkten erhätlichen Lebensmittelriesens mit blauer Verpackung. Das ist peinlich, aber kein Hindernis. Ein wenig Internet Recherche bei den im Internet sehr gut vertretenen Nürnberger Lebküchnereien ergab folgendes: der Elisenlebkuchen ist eine Nürnberger Spezialität. Er beinhaltet keinerlei Mehl, dafür Nüsse (genannt "Ölsamen") in verschiedenen Mahlgraden, Orangeat, Zitronat und natürlich viele Gewürze. Die Bäcker scheinen da allerdings zu schummeln, denn auf den Websites werden oft Elisenlebkuchen mit nur 38% Nuss angeboten. Das mache ich natürlich nicht. Es geht ja um die Ehre des besten Patenkindes von allen.

Ich suche mir also im Internet ein Elisenlebkuchenrezept. Dieses habe ich dann nach Gutdünken in einem Detail abgewandelt: einen klitzekleinen Teil Haselnuss habe ich durch Mandel ersetzt. Mandel ist einfach feierlich, weihnachtlich, und entfernt marzipanig. Geschmacklich ändert diese kleine Menge wohl eher nicht. Ist mehr fürs Gefühl.

Da es im Supermarkt keine kreisrunden Oblaten gab, habe ich sie selbst aus rechteckigen Bögen ausgeschnitten. Die Herausforderung beim Backen ist eine ausreichend große Menge Teig auf die Oblate zu setzen. Beim Backen läuft die Masse auseinander und sollte dann genau die ganze Oblate bedecken und nicht über deren Ränder hinauslaufen. Bei manchen hat es geklappt, bei manchen nicht ganz so gut. Die Hälfte der Elisenlebkuchen habe ich - unter Protest des Tangoero - mit Schokolade überzogen. Der Tangoero empfindet Schokolade auf Lebkuchen als Frevel. Ich finde, Schokolade kann nirgends Frevel sein.

Und wie schmeckt das Patenkind-Keks? wunderbar saftig, aromatisch, gewürzig. keinesfalls zu orangeatig oder zitronatig. Schönheiten sind meine Elisenlebkuchen nicht, aber es sind die inneren Werte die zählen. In der Weihnachtszeit. Und eigentlich immer.


Elisenlebkuchen für Elise
(Zubereitungszeit: 30 Minuten + 24h Rasten + 15Min. Backen)
(ergibt: ca. 30 Lebkuchen)

235 g Zucker
3 Eier
1/2 El kandierter Ingwer; fein gehackt
1/4 TL Zimt, gemahlen
¼ TL Gewürznelke, gemahlen
¼ TL Koriander, gemahlen
¼ TL Piment, zerstoßen
¼ TL Muskatblüte
¼ TL Kardamom
1/2 TL Vanillezucker
120 g Haselnüsse; grob gemahlen
120 g Haselnüsse; fein gemahlen
25 g Walnüsse; grob gehackt
50 g Orangeat; fein geschnitten
50 g Zitronat; fein geschnitten
1 Zitrone;abgeriebene Schale
1 Orange; abgeriebene Schale
Oblaten (5cm Durchmesser)
  • Zucker, Eier und Vanillezucker sehr gut verrühren.
  • Nüsse, Orangeat, Zitronat, Ingwer und Gewürze hinzufügen.
  • Teig 24h am Balkon ruhen lassen.
  • Am nächsten Tag 20 g schwere Kugeln formen und auf die Oblaten setzen.
  • Lebkuchen im vorgeheizten Ofen bei 200°C 12 bis 15 Minuten backen.
  • Lebkuchen auf einem Rost auskühlen lassen.
  • Lebkuchen nach belieben mit Schokolade überziehen.
Anmerkungen:
  • Angeblich werden die Elisenlebkuchen nach 10 Tagen Lagerung noch besser.
  • Ich habe die Hälfte der Lebkuchen mit Schokolade überzogen. Dafür habe ich 100g Milchschokolade und 100g dunkle Kuverture zusammen sanft über Wasserdampf geschmolzen, gut verrührt und erkalten lassen. Dann habe ich die Mischung nochmals erwärmt und sodann die Elisenlebkuchen damit überzogen. Um dem Patenkind zu huldigen habe ich Kuverture von Valrhona verwendet und werde pausenlos darauf angesprochen, wie besonders gut doch der Überzug der Lebkuchen ist.