Sonntag, 7. Oktober 2012

Vegane Mandarinen Torte

Vor zwei Wochen habe ich die Wear Fair in Linz besucht. Die Wear Fair steht für faire und ökologische Mode und beweist, dass diese nicht im Wiederspruch zu schönen Schnitten, aufregenden Kreationen und tollen Passformen steht. Öko muss nicht immer öko aussehen. Mir persönlich haben es besonders diese beiden Firmen angetan: Anzüglich für Damen und Greenality für Herrn.

Ebenfalls auf der Wear Fair bin ich über ein veganes Kochbuch gestolpert. Schön aufbereitete vegane Kochbücher, die so richtig zum Lesen einladen haben ja nach wie vor Seltenheitswert. Aber es scheint sich etwas zu bewegen! Jedenfalls habe ich auf dem Stand gleich 2 vegane Kochbücher kennengelernt, die mich richtig angelacht haben.  Nämlich dieses und dieses . Leider kann ich mir nicht jedes Kochbuch kaufen das mir gefällt und so habe ich mich für dieses entschieden „Vegan for Fit“. Erst beim Lesen habe ich bemerkt, dass es sich eigentlich um eine Art 30 Tage Diät handelt. Diät hin oder her: Die Rezepte sind so schön bebildert, dass man eigentlich gleich loskochen möchte. Bisher habe ich 3 Rezepte probiert: Einen Salat mit Avocado-Birnen-Dressing (sehr gut), Zucchini-Pilz-Lasagne (sehr gut), Mandarinen Torte (ebenfalls sehr gut).
Gut gefällt mir, dass dieses Kochbuch vegane Küche nicht ausschließlich über Nudeln und Kartoffeln definiert. Viel Gemüse, gut und vielseitig gewürzt, originelle Rezepte.
Untenstehende Torte ist bereits die zweite vegane Torte auf diesem Blog. Im Vergleich zur veganen Himbeertorte, ist diese aber viel fruchtiger. Ich habe die Torte in einer Back-die-Hälfte-Form zubereitet und entsprechend nur die Hälfte der Zutaten verwendet. Sehr empfehlenswert. Gepopptes Amaranth (Achtung: unbedingt ungesüßt kaufen!), Agavendicksaft, Mandelmus, Agar-Agar & Co bekommt man in Drogeriemärkten (z.B. DM), im Reformhaus und im Biosupermarkt.


Vegane Mandarinen Torte
(für eine 23 cm Springform, Zubereitungszeit: 30 Minuten, Kühlzeit: 2,5h)
Rezept aus "Vegan for Fit", Attila Hildmann, Becker Joest Volk Verlag, 2012

Tortenboden:
75 g Mandeln (in der Pfanne ohne Fett geröstet)
50 g gepoppten Amaranth
70 g Agavendicksaft
1 Msp. Gemahlene Vanille (kein Vanille Zucker)
1 Prise Salz
40 g dunkles Mandelmus
  • Mandeln im Küchenmixer fein mahlen.
  • Alle Zutaten für den Boden mit einer Gabel vermischen.
  • Boden einer Springform mit Backpapier auslegen, Teig in die Springform geben und andrücken.
Joghurtfüllung:
6 Mandarinen
14 g Agar-Agar
130 g Agavendicksaft
1,2 kg Sojajoghurt
  • Mandarinen auspressen.
  • 200ml Saft abmessen und mit Agar-Agar und Agavendicksaft gut verrühren.
  • In einem kleinen Topf kurz aufkochen, vom Herd nehmen.
  • Joghurt zügig unter die Agar-Agar-Masse rühren (nicht umgekehrt)
  • Füllung auf dem Tortenboden verteilen.
  • Torte in den Kühlschrank stellen und 30 Minuten fest werden lassen.
Belag:
175 g natursüße Mandarinen (aus der Dose/Glas)
4 Mandarinen
1 Pkg. Agar-Agar Tortengelee
  • Torte mit abgetropften Mandarinenscheiben belegen.
  • Mandarinen auspressen. 150ml Saft abmessen.
  • Mit Agar-Agar gut verrühren und in einem kleinen Topf kurz aufkochen.
  • Kurz abkühlen lassen bis das Agar-Agar ein wenig sämig wird.
  • Über die Mandarinenscheiben gießen.
  • 2 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.

Donnerstag, 12. Juli 2012

Green Chutney - Kokos-Chili

Nachdem ich das Kochbuch "Curry Easy" von Madhur Jaffrey mittlerweile fast durchgekocht habe, möchte ich hier dieses wunderbare Chutney Rezept teilen. Es handelt sich nicht um ein süß-marmeladiges Chutney, sondern ganz im Gegenteil um ein sehr frisches Chutney. Ich kann mir vorstellen, dass es nicht nur wunderbar zu indischer Küche, sondern auch gut zu sommerlichem Grillen passt.

Ein paar Worte zu den Zutaten. Man benötigt frische Kokosnuss und sollte diese nach Möglichkeit auch nicht durch getrocknete Kokosraspeln ersetzen. Frische Kokosnuss ist saftiger und schmeckt weniger "satt". Was die Chilis angeht, empfiehlt Frau Jaffrey indische Bird's Eye Chilis. Ich habe diese zufällig bei Prosi bekommen. Sie sind recht klein, grün und riechen sehr frisch (und recht scharf). Was die Schärfe angeht, so kenne ich mich bei Chilis leider zu wenig aus und kann daher nur schwer einen Vergleich anstellen. Das ganz frische Chutney schmeckt noch ziemlich scharf, am nächsten Tag ist es schon etwas milder.

Ich habe es zu Dal, Reis, Tomaten Curry und Gewürzmelanzani serviert. Großartig sommerlich!



Green Chutney - Kokos-Chili
(für ein 200ml Glas, Zubereitungszeit ca. 20 Minuten)

4 TL Limettensaft
1 kleine Tomate, grob geschnitten
3/4 TL Salz
3 frische, grüne Chilis (Bird's Eye), grob gehackt
30g Koriander, grob gehackt
20 frische Minzblätter
60g Kokosnuss, frisch geraspelt
  • Drei Esslöffel Wasser, Limettensaft, Tomate, Salz und Chilis in einen Mixer geben und zerkleinern.
  • Koriander und Minze hinzufügen und so lange mixen bis eine glatte (mehr oder weniger) Paste entsteht.
  • Kokosnuss hinzufügen und solange mixen bis das Chutney eine feine Konsistenz erreicht hat.
 Anmerkungen:
  • Hält sich 2-3 Tage im Kühlschrank. Schmeckt am ersten Tag am Besten.
  • Meiner Erfahrung nach - auch wenn etwas brutal - lässt sich eine frische Kokosnuss am Besten so öffnen: Geschirrhangerl auf den Boden legen. Kokosnuss in ein weiteres Geschirrhangerl wickeln. Eingewickelte Kokosnuss auf das Hangerl am Boden legen und mit der spitz zulaufenden Seite eines Hammer ein paar Mal fest draufschlagen bis sie nachgibt. Auswickeln und Kokosnussfleisch auslösen.

Dienstag, 10. Juli 2012

Linz Kulinarisch I

Seit Anfang des Jahres verschlägt es mich verstärkt ins schöne Oberösterreich. Nach einer intensiven  Eingewöhnungsphase möchte ich hier nun einige meiner Entdeckungen vorstellen.

Zuerst aber einige Worte zu Linz. „In Linz beginnt’s“  - soviel wusste ich. Die Linzertorte kommt aus Linz. Linz war Kulturhauptstadt. Linz eilt nicht der Ruf einer Schönheit voraus. Und: ich war bis 2012 noch nie in Linz. Und sowas will eine Österreicherin sein? Schande! Beladen mit meinem von Vorurteilen geprägten Linz-Bild begann ich also im Winter die Stadt kennenzulernen. Das ist in unseren Breitengraden leider nie besonders vorteilhaft. Bangkok oder Havanna im Winter mag ja ganz wunderbar sein, wenn alle bei Sonnenschein und 28°C im Schatten vor sich hin frösteln. In Linz kriecht die feuchte Donau Kälte durch die Jacke und der Nebel liegt über der Stadt. Das macht es schwer sie zu lieben. 6 Monate später haben wir (Linz und ich) uns kennen gelernt und – wie soll ich’s sagen – uns auch in einander verliebt. Mittlerweile fahre ich stolz und erhobenen Hauptes nach Linz und schmettere mittleidige Bemerkungen „du Arme! Nach Linz musst du?!?“ überzeugt ab. Ich weiß ja was ich an der Stadt habe. Linz ist vielseitig, Linz bietet tonnenweise Kultur, die Linzer Donaupromenade ist wunderschön, Linz ist umzingelt von großartigen Gegenden (Stichwort: Mühlviertel) und die Linzer ähneln den Wienern (harte Schale, weicher Kern).
Kulinarisch möchte ich der geneigten Leserschaft die folgenden vier Lokale ans Herz legen (falls sich Linz-Novizen unter Euch befinden):
Restaurant an der Donaulände, das im alten Salzamt untergebracht ist. Koch und Betreiber ist Georg Friedl. Herr Friedl ist Perfektionist: bei ihm ist alle regional und saisonal. (nicht nur das Essen, auch die Einrichtung) Und das ohne Ausnahme. So gut wie jede Position ist mit Lieferanten ausgewiesen (und nicht auf das aussagelose AMA Gütesiegel reduziert). Es gibt eine großartige Karte auf der sich auch ganz einfache Köstlichkeiten wie z.B. Leinölerdäpfel finden. Dazu täglich ein Mittagmenü. Hier habe ich den besten Kräutersalat (richtige Wiesenkräuter, nicht „Koriander, Schnittlauch, Petersilie, Minze“) meines kleinen Lebens gegessen. Dazu immer hausgebackenes Brot (das Leinölbrot finde ich köstlich). Aber eigentlich ist hier alle großartig und das bei ausgezeichnetem Preis-Leistungsverhältnis. Leider hat man nur zu Mittag offen. Das ist schade, aber zeigt die Konsequenz von Herrn Friedl. Unvergesslich der frisch gebackene Bauernkrapfen zur Nachspeise mit hausgemachter Marillen-Lavendel Marmealde. Wahnsinn!
Von Georg Friedl gibt es seit letztem Jahr ein gelungenes Kochbuch "Mühlviertler Küche", das mir sehr gut gefällt. Interessant für jene, die ursprüngliche Rezepte entdecken möchten.

Essigs gibt es angeblich schon lange (also vor meiner Linz Zeit). Die Mär dazu lautet ungefähr so: Das Ehepaar war unheimlich erfolgreich, dann hat es ihnen mit dem ganzen Schischi (laut Duden schreibt man das so... schaut so falsch aus) gereicht. Sie haben umgebaut und wollten keine Gourmetküche mehr machen. Der Plan ist schief gegangen, weil irgendwie kam wieder ganz tolle Küche heraus. Ich liebe den Stil des Lokals. Es ist rund und unglaublich offen und trotzdem ist man ganz privat. Einrichtung, Geschirr und Co sind mit viel Liebe ausgewählt: Stoffe von Leitner (ach, wie schön ich die doch finde), teilweise Geschirr von Feine Dinge, wunderhübsche Blumen. Das Essen ist nicht günstig, und wirklich gut. Man wird freundlichst umsorgt. Ideal auch für ein romantisches Tete-a-Tete (das ergibt sich bei meinen Linzbesuchen bedauerlicherweise nie, weil der Tete für meinen Tete in Wien weilt).

Dieser Inder scheint in Linz berühmt zu sein. Jedenfalls ist er immer (und ich meine immer!) voll.  Das Lokal ist besonders: nur am Abend offen, kein Zustelldienst, keine 300 Positionen umfassende Karte. Ungewöhnlich. Die freundliche Besitzer nimmt sich Zeit in indischem Oberösterreichisch mit jedem Gast zu sprechen und ihn engagiert zu beraten. Auch einem Plausch ist er nicht abgeneigt. Die Karte ist übersichtlich und jedes (bisher probierte) Gericht war köstlich, die Würzungen sind vielschichtig und – sehr erfreulich  - man fühlt sich nachher angenehm leicht. Ich liebe den Gewürzreis und die vegetarischen Gerichte sind wunderbar. Am besten man lässt sich beraten und gekonnt überreden, doch mal etwas anderes auszuprobieren. (und ja, er ist teurer als das durchschnittliche indische Restaurant, aber auch wirklich ein Geschmackserlebnis) Unbedingt reservieren.

Bezaubernd sind „Die Donauwirtinnen“ in Alt-Urfahr. Ganz neu haben ein paar Mädls einen alten Gasthof umgebaut und bieten jetzt urbanes Essen (auch vegetarisch und vegan) in sehr angenehmer Atmosphäre an. Das Publikum scheint großteils aus der kreativen Szene zu sein, den Gastgarten umschließen Pflanzen (die man wohl als Guerilla Gardening bezeichnen dürfte), es gibt ein extrem gut klingendes Mittagsmenü und sonst Flammkuchen (u.a. auch Vegan mit Linsen, oder aber klassisch mit Speck und Zwiebeln etc.). Die Saftkarte ist fein ausgewählt. Unter anderem bieten die Damen einen wunderbaren Isabella Traubensaft, aber auch Marille, Zwetschke oder Apfel von kooperierenden Bauernhöfen. Selten so einen charmanten Betrieb gesehen. Danach böte sich ein Spaziergang entlang der Donau an.

Bäckermeister Gragger ist ja mittlerweile auch in Wien zu finden. Er kommt aber eigentlich aus Linz. Hat man wenig Zeit so bietet sich eine schnelle (und sehr gute Suppe) mit einer Scheibe vom köstlichen Gragger Brot an!

Montag, 25. Juni 2012

Mango-Erdbeer Traum

Am Samstag in der Früh habe ich bei frischen Temperaturen und Regen mein indisches Abendmenü geplant. Viel Gemüse begleitet von Dal und Gewürzreis sollte es sein. Genau das richtige für einen verregneten Tag. Am Bauernmarkt habe ich im reichen Angebot dieser wunderbaren Jahreszeit geschwelgt und bin dann - das mache ich ja so gerne und viel zu selten - zum Prosi gefahren um das eine oder andere internationale Lebensmittel zu erwerben.

Ich war gerade dabei wirklich jeden verfügbaren Kochtopf gleichzeitig zu benutzen, als die Sonne herauskam und die Temperaturen plötzlich anfingen zu steigen. Ujemine, für so ein Wetter war mein Menü aber nun gar nicht konzipiert.

Was soll ich sagen, es bliebt heiß und ich habe folgenden Kompromiss gemacht: Essen lauwarm serviert. Das kam überraschend gut an.

Zur Nachspeise gab es ein Mango Lassi, das ich mit ein paar Erdbeeren zu einer "richtigen" Nachspeise aufpoliert habe. Sieht hübsch aus und ist auch eine Freude fürs Auge.



Mango-Erdbeer Traum
(für 4 Personen,  Zubereitungszeit ca. 15 Minuten)

250g Joghurt 10% Fett
250g Mango, puriert (ich habe fertiges, ungesüßtes Mangopuree genommen)
100ml Wasser, kalt
1 EL Zucker
4 Kardamon Kapseln
15 Erdbeeren
1/2 Limette, Saft
4 Zitronenmelisseblätter
  • Kardamonkapseln öffnen, die kleinen Kügelchen herausholen und im Mörser fein zerstoßen.
  • Joghurt, Mango, Wasser, Zucker und Kardamon mit dem Stabmixer aufmixen.
  • Mango Lassi kalt stellen.
  • Erdbeeren waschen, entstielen und in Scheiben schneiden.
  • Tellerrand mit den Erdbeerscheiben belegen.
  • Übrige Scheiben klein Schneiden und ein wenig mit Limettensaft beträufeln.
  • In der Mitte des Tellers einen Erdbeerhügel setzen.
  • In den Graben zwischen Erdbeerhügel und Erdbeerrand das Mangolassi eingießen.
  • Mit Zitronenmelisse dekorieren.

Montag, 18. Juni 2012

Kirschenpfannkuchen

Ich wusste nicht was Kirschenmichel ist. In Österreich gibt es (glaube ich) keinen Kirschenmichel. Und obwohl ich nicht weiß was er ist, der Kirschenmichel, so habe ich doch in Kinderbüchern früher so oft von ihm gehört, dass ich glaubte genau zu wissen was es ist. Eine Art riesige, extra-dicke Palatschinke mit halbierten Kirschen drauf. Klingt das nicht hervorragend?

Nun trug es sich zu, dass ich - oh glückliche Fügung - dieses Wochenende mit Kirschen förmlich überschüttet wurde. Aus verschiedensten Richtungen, aber alle Richtungen hatten ihren Ursprung im schönen Burgenland. Was tut man also, wenn man sich unverhofft als Besitzerin von 2,5kg Kirschen sieht? Tja, das erste halbe Kilo wurde natürlich im Auto verzehrt und die Kerne bei voller Geschwindigkeit aus dem offenen Fenster gespuckt. Gar nicht so einfach sie durch die ins Auto strömende Luft hindurch auf die Straße zu spucken. So blieben nur noch 2kg über.

Womit wir zurück beim Kirschenmichel wären. Das ist mein Augenblick für Kirschenmichel, dachte ich glücklich. Ich hatte mir schon überlegt, dass ich den Kirschenmichel ganz modern (alles was einen englischen Namen trägt ist ja irgendwie cooler) "Cherry Michael" nennen würde. Tja, ich suche also im Internet nach Kirschenmicheln und stellte fest, dass der Kirschenmichel ein Auflauf (entferntest verwand mit dem Scheiterhaufen) ist. Welch eine Entäuschung! Alle meine tollen Vorstellungen und Träume zerstört.

Aber so schnell lasse ich mich nicht ins Bockshorn jagen und beschloss die ursprüngliche Kirschenmichel Idee zu verfolgen. Ich nahm also das wunderbare Kochbuch von Siebeck zur Hand (das mich nie bei meinen Gelüsten enttäuscht) und stieß auf Blaubeer Pfannkuchen. Aus Blaubeerpfannkuchen wurden in Windeseile Kirschenpfannkuchen und voila: mein persönlicher Kirschenmichel.

Für eine Nachspeise ist es vielleicht ein wenig deftig. Vielleicht besser als kleines Abendessen oder als Brunch-Speise.



Kirschenpfannkuchen
(für 4 Personen, Zubereitungszeit: 30 Minuten; Ruhezeit: 1 Stunde)

125g Mehl
4 TL Butter
200ml Schlagobers (ich 50ml Schlagobers + 150ml Wasser)
2 Eier
20g Zucker
1 TL Vanillezucker
1 EL Grand Manier (optional)
1 EL Zitronensaft
Staubzucker
3 Handvoll Kirschen (aus dem Burgenland)
  • Aus Mehl, Schlagobers, Eiern, Zucker, Vanillezucker und einer Prise Salz einen Teig zusammenrühren und diesen 1h Ruhen lassen (in dieser Teig quillt das Mehl auf und das tut dem Teig gut).
  • Kirschen waschen, entkernen, halbieren und mit Grand Manier und Zitronensaft marinieren.
  • In einer kleinen Pfanne mit schwerem Boden ein Teelöfferl Butter schmelzen und dann 1/4 des Teiges in die Pfanne gießen. 
  • Diese Palatschinke wird nicht gewendet! Also, kurz (ca. 30 Sekunden) warten, dass sich ein hauchdünner Boden (den man natürlich nicht sehen kann, weil der restliche Teig drüber ist) gebildet hat.
  • Dann schnell mit den Kirschen belegen, mit ein wenig Staubzucker bestreuen und einen Deckel auf die Pfanne legen.
  • 30 Sekunden bis 1,5 Minuten warten, dann den Deckel abnehmen und nachschauen ob die Oberfläche des Pfannkuchen schon gar ist (sprich: nicht mehr flüssig und glänzend).
  • Köstlichen Kirschpfannkuchen aus der Pfanne heben, nochmals mit Staubzucker bestreuen und genießen.

Dienstag, 12. Juni 2012

Frühstücksbrei

Nach meiner 3-monatigen Blogger Pause muss ich mich erst langsam wieder warm bloggen. Da beginne ich lieber auf sicherem Terrain. Zuletzt eine Suppe, nun ein Brei. Ich versichere der lieben Leserschaft, dass ich demnächst auch wieder zur festen Nahrung vorstoßen werden. Diesmal möchte ich Euch vom Frühstückbrei erzählen. Meine Mutter schwört seit vielen Jahren auf Haferschleim zum Frühstück. Meine Mutter ist Puristin und deswegen besteht der Brei nur aus zwei Dingen: 1/2l Wasser und 1 EL Haferflocken. Beides wird über Nacht eingeweicht, in der Früh 10 Minuten gekocht und dann warm verspeist. Klingt vielleicht seltsam, aber es schmeckt nicht annähernd so grauslich wie es klingt.

Die Vorteile eines solchen Brei-Frühstücks liegen auf der Hand:
  • chinesisch betrachtet wärmt der Brei den Körper, aktiviert ihn und gibt Energie
  • weiters ist er in stressigen Zeiten gut, weil er den Magen ausschleimt und so diversen Stresserkrankungen vorbeugt bzw. sie lindert.
  • ist man auf der schlanken Linie, so ist der Vorteil, dass der Brei satt macht. Viel Volumen, recht wenig Kalorien.
  • Haferflocken machen schöne Nägel und Haare. Dauert in etwa so lange wie so eine Kur aus der Apotheke, also 3-4 Monate.
  • Der Brei ist schnell vorbereitet und lässt sich hervorragend in einem alten Marmeladeglas zum Bürogenuss mitnehmen.
  • ein leidiges Thema, aber es sei hier angesprochen: fügt man dem Brei Flosamen oder getrocknete Zwetschken zu, so hat er auch leicht Verdauungsregulierendeeigenschaften.
  • ahja, günstig ist es auch noch.
  • und: er macht schön (ok, das ist geschwindelt, ich wollte die geneigte Leserschaft nur zum Nachkochen überreden)

Der Asketismus hat sich über die Generationen in meiner Familie nicht verstärkt. Deswegen greife ich nur in stressigen Zeiten auf den reinen Haferschleim zurück. Während des normalen Jahres mache ich mir einen erweiterten Haferschleim. Ich achte darauf nur regionales Obst dafür zu verwenden und weiche im Winter viel auf Trockenobst aus (Sauerkirschen, Zwetschken, Feigen etc.). Milchprodukte kommen nie in meinen Brei. Warum? hat sich einfach bewährt.

Heute Früh habe ich mal meinen Frühstücksbrei fotografisch festgehalten und für die geneigte Leserschaft dokumentiert. Kann einen Selbstversuch nur empfehlen.

Übrigens: am Wochenende und im Urlaub gibt es auch bei mir "normales" Frühstück.


Frühstücksbrei(für eine Person)
(Zubereitungszeit: 15 Minuten)

1 EL Hirseflocken
250ml Wasser
1 EL getrocknete Sauerkirschen
1 Apfel, geschält und geraspelt (falls nicht gespritzt, dann gerne ungeschält)
4 EL Kokosnussmilch
1/4 Banane
1 EL Flosamen
  • Vor dem Schlafengehen den Topf mit Hirseflocken, Sauerkirschen, Wasser und Flosamen bereitstellen, damit sie über Nacht aufquellen können.
  • In der Früh: den Apfel raspeln.
  • Apfel, Kokosnussmilch und geschnittene Banane zu den restlichen Zutaten geben.
  • Brei erhitzen und 10Min. leise köcheln lassen.
  • Warm genießen (oder in Marmeladeglas füllen und im Büro/Uni essen).

Zusatz:
  • Ich verwende anstelle von Haferflocken meistens Hirseflocken, weil ich sie bekömmlicher finde.

Sonntag, 10. Juni 2012

Karotten-Ingwer Suppe


Seit etwa einem halben Jahr gibt es in Wien ein vegetarisches Restaurant namens „Tian“. Hier hat man sich zum Ziel gesetzt vegetarische Küche vom Feinsten zu servieren und zu zeigen, dass ein Abend auch ohne Fleisch oder Fisch ein kulinarisches Erlebnis sein kann. Endlich wirken vegetarische Gerichte mal nicht wie Beilagenkombinationen, sondern werden als eigenständige Speise konzipiert. Am Anfang haben bei den Hauptspeisen noch stark die Nudelgerichte dominiert. Das hat sich erfreulicherweise ein wenig geändert. Wäre ja schade vegetarisches Essen auf Kohlenhydratbomben zu reduzieren. Ausgezeichnet waren von Beginn an die Vorspeisen und Suppen. Die Dessertkarte bietet spannende neue Kreationen, die nicht das ewig selbe wiederholen. Ganz wunderbar. Und um kurz noch etwas über das Ambiente zu berichten: sehr durchgestylt. Ich empfand es als ein wenig unterkühlt, aber da bin ich anscheinend die Einzige. Ende Mai hat nun auch die Cocktailbar im Keller des Tian eröffnet, deren Besuch steht aber noch offen.

Nun zum Rezept: bei meinem ersten Tian Besuch habe ich die mit Abstand beste Karottensuppe meines Lebens gegessen. Wie kann eine Karottensuppe nur so aromatisch und vielseitig sein? Nun war ich aber zu schüchtern und habe mich nicht getraut nach dem Rezept zu fragen. Einige Nachkochversuche im Blindflug sind gescheitert. Bei meinem letzten Besuch auf der Tian Website fand sich dort unverhofft das Rezept. Selten habe ich mich so über ein Rezept gefreut und – verregnetes Wochenende sei Dank – gleich nachgekocht. Absolut himmlisch! Nur die Mascarpone habe ich weggelassen (die ist aber auch nicht zwingend notwendig, auch ohne wird die Suppe wunderbar cremig) und einige Zutaten ersetzt. Meine Empfehlung: entweder umgehend nachkochen oder demnächst ins Tian kosten gehen.


Karotten-Ingwer Suppe
(für 4 Zwergen-Portionen oder 2 Erwachsenen-Portionen, Zubereitungszeit: 40 Min.)
(Rezept von Restaurant Tian)


20 g Zwiebel
20 g Ingwer frisch gerieben
320 g junge Bio Karotten
100 ml Saft von frischen Karotten (ich: nicht gehabt → 100ml Wasser)
15 ml Portwein weiß (ich: Tawny Port verwendet)
180 ml Kokosmilch
60 g Mascarpone (ich: nicht verwendet)
10 ml Olivenöl
1 Limettenabrieb (ich: Zitronenabrieb)
2 cl Gölles Apfel Balsam
Essig, Meersalz, Pfeffer weiß, Abrieb von einer Limette
  • Die Gemüsezwiebel in kleine Stücke schneiden und in Olivenöl bei mittlerer Temperatur goldgelb anziehen.
  • Die in der Zwischenzeit geschälten und in Stücke geschnittenen Karotten und den fein gerieben Ingwer beimengen.
  • Mit weißem Portwein ablöschen und gut reduzieren lassen.
  • Mit (frisch gepresstem Karottensaft) Wasser und der Kokosmilch aufgießen und weich dünsten.
  • Die Suppe zu einer sämigen Konsistenz fein pürieren.
  • Mit (Mascarpone) Balsamessig und dem (Limetten)Zitronenabrieb abschmecken.

Mittwoch, 6. Juni 2012

Burgund 2012

Vive la France! Nachdem letztes Jahr die Champagne bei traumhaftem Wetter und frühsommerlichen Temperaturen bereist wurde, begaben wir uns heuer ins Burgund. Diesmal war vom Frühsommer eher weniger zu spüren. Aber so ein bisserl Regen trägt schon zum Charme des Burgund bei. Außerdem scheinen die Burgunder - wetterunabhängig - ein fröhliches Völkchen zu sein. Überall wurden wir auf das Freundlichste empfangen. Die Winzer waren - im Gegenteil zur Champagne - in ihrem Redeschwall gar nicht mehr zu bremsen und großzügigst wurde beim Verkosten eingeschenkt. Weintechnisch haben wir uns nur in einem Gebiet wirklich im Burgund aufgehalten: Nämlich im sehr gastfreundlichen Chablis. Pouilly-sur-Loire und Sancerre liegen eigentlich bereits in der Loire. Wir wollen da aber nicht so streng sein und erinnern uns trotzdem an eine schöne Burgundreise.

Neben dem Wein bietet das Burgund weitere kulinarische Highlights: Charolais Rinder, Epoisse Käse, Crottin de Chavignol, wunderbare Schnecken, Cassis etc.... die Liste könnte man noch lange weiterführen.

Wir haben uns aber nicht ausschließlich die Bäuche vollgeschlagen (obwohl wir nicht verheimlichen wollen, dass wir das getan haben). Im nördlichen Burgund kann man wunderschöne Landschaften, verschlafene Dörfer und stille Klöster bewundern. Anders als in den bekannten Burgund-Gegenden rund um Dijon und die Cote de Nuits. Weniger Menschen.

Mir hat am Besten die Abbaye de Fontenay gefallen. Wunderschön, still, schlicht.

wenn man vom Flughafen kommt, aus der Metro steigt .... et voila: Paris


Grand Palais - Monumenta 2012 mit Daniel Buren

Portal der Kathedrale St. Étienne in Auxerre - soviele kleine Geschichten

Abbaye de Fontenay - Kapitelsaal

Schloss Garten t

Basilika Sainte-Marie-Madeleine in Vézelay

Hundeparade 1

Hundeparade 2

Kapitel in der Basilika von Vézelay

Live Musik in Avallon - kleine burgundische Orte rocken!

Zandernocken auf Pilaf mit Hummersauce - und wie lieb die Languste auf dem linken Knödel dreinschaut

Samstag, 10. März 2012

Bio Burgermeister


Aus beruflichen Gründen verschlägt es mich in Zukunft vermehrt nach Salzburg und Oberösterreich. Ganz langsam erschließe ich mir die kulinarischen Seiten der Region. Ich beginne mit einer gänzlich „unsalzburgischen“ Entdeckung: die Bio Burgermeister. Im Internet war ich auf der Suche nach vegetarischen Lokalen. Die Erfahrung zeigt, dass diese für ein unkompliziertes und schnelles Mittagessen jenseits vom Leberkässemmerl meist die beste Wahl sind.

Auf einem vegetarischen Forum stieß ich auf die Bio Burgermeister und was ich las klang verlockend gut (und nicht sehr vegetarisch).

Ich fuhr also in den Stadteil Mülln, der mit einem großen Parkplatz gesegnet ist. Der große Parkplatz ist mir einen Absatz wert. Eigentlich wollte ich hier schreiben, dass Parkplätze und -garagen in Salzburg unglaublich teuer sind (80 Cent/30 Min → 1,60 EUR/h). Nachdem in Wien die Parkgebühren (2 EUR/h) erhöht wurden erscheint mir Salzburg plötzlich ganz günstig. In Mülln jedenfalls findet man eine große Parkfläche mit Charme. Ein Herr bietet seine Autowaschdienste an und bezahlt wird nicht bei einem anonymen Automaten, sondern bei einem freundlichen älteren Herrn, der in einem kleinen Glashäuschen das Geschehen überwacht. Der Herr nimmt meine Parkkarte, führt sie in einen Mini-Parkautomaten ein. Liest für mich den Preis vom Display ab. Ich gebe ihm das Geld, er mir meinen Parkschein. Er wünscht mir eine gute Fahrt. Sehr angenehm.

Die Bio Burgermeister sind ein kleines Geschäftelchen. Hinter dem Grill schwingen zwei Herrn mit großem Elan die Kochlöffel. Es gibt etwa 12 Sitzplätze. Die Burgerkarte bietet bekanntes (z.B. Cheeseburger), besonderes (z.B. mit hausgemachter Blauschimmelkäsesauce), vegetarisches (z.B. mit Gemüselaibchen oder Tofu) und wöchentliche Specials.

Als Beilage werden Hausgemachte Chips angeboten. Diese Chips werden frisch frittiert, haben eine wunderschöne Bräunung (schmecken entsprechend intensiver) und werden mit hausgemachtem Ketchup serviert.

Die Wartezeiten sind kurz. Mein Burger wurde nach ca. 5 Minuten serviert.

Hier ist alles bio. Das ist aber eigentlich nicht ausschlaggebend. Viel mehr finde ich die Tatsache erfreulich, dass sich jemand wirklich Gedanken über alle Burgerkomponenten gemacht hat. Das Weckerl (Burger Bun) wird von einer Bäckerei extra für die Bio Burgermeister gebacken und hat genau die weiche, leicht briochige Konsistenz die man sich erwartet. Dieses Weckerl wird vor dem Belegen aufgeschnitten und kurz angetoastet. Die Saucen sind selbst angerührt, das Fleisch kommt vom Fleischer des Vertrauens. Getränke kann man sich selbst aus dem Kühlschrank nehmen und kann neben den üblichen Burgerbegleitgetränken auch aus einem reichen Angebot an guten Fruchtsäften und – dem in Salzburg omnipräsenten – Kombucha wählen. Natürlich gibt es auch einige fein ausgesuchte Biere.

Und wie hat es geschmeckt? Großartig. Von allen bisher in Österreich probierten Burgern der beste. Das Fleisch wunderbar saftig, sodass es richtig aus dem Burger rausrinnt und sich auf dem Pappteller mit den Saucen vermischt. Ganz köstlich. Einzig die Fleischportionierung könnte besser auf die Bungröße angepasst werden. Ich meine weniger die Fleischmenge pro Burger, als die Verteilung. Wer seinen Burger richtig fleischig möchte, der sollte vielleicht ein zweites Fleischlaberl (Pattie) dazubestellen. Für mich war die „normale“ Größe gerade richtig.

Bio Burgermeister
Müllner Hauptstr. 33
5020 Salzburg


Donnerstag, 2. Februar 2012

Hendl-Tagine mit Zitrone und Oliven

Liebe Leser! Aufgepasst! Dieses Rezept muss nachgekocht werden! Ihr wisst noch nicht was es diesen Sonntag geben soll? oder ihr müsst jemand ganz netten bekochen? es gibt etwas zu feiern? Voila!

Dieses Hendl ist ein Gedicht. Das Rezept kommt aus einem meiner Lieblingskochbücher "Arabesque" von Claudia Roden. Wie der Titel bereits vermuten lässt, dreht sich in diesem Kochbuch alles um die Küche Marokkos, des Libanons und der Türkei. Sehr schöne Bilder, gut erklärte Rezepte. Ich habe es bereits mehrmals von vorne bis hinten durchgelesen.
Das Gericht ist ein Klassiker der marokkanischen Küche und wird eigentlich in einer Tagine zubereitet. Dieses Kochgeschirr mit dem kegelförmigen Deckel. Ich besitze sogar so eine Tagine. Aber ich benutze sie eigentlich nie und nehme stattdessen einen Schmortopf (dicker Boden) oder einen ganz normalen großen Topf. Wichtig ist, dass er schön weit ist, damit ein Großteil der Zutaten direkt am Topfboden liegt.

Für dieses Rezept benötigt man eigentlich eingelegte Zitronen. Das sind Zitronen die mit Salz haltbar gemacht werden und so einen ganz eigenen Geschmack entwickeln. In Österreich sind sie echt schwer zu bekommen. Man kann sie aber einfach selbst zubereiten. Dazu folgt diese Woche noch ein Rezept. Hat man jetzt aber keine "richtigen" eingelegten Zitronen, so nimmt man einfach etwas frische Zitronenschale. Das ist zwar nicht dasselbe, aber das Gericht bekommt ein wunderbar zitroniges Aroma.
Für das Rezept keinesfalls nur Hühnerbrustfilet verwenden. Einfach beim Fleischer ein ganzes (glückliches) Hendl erwerben und gleich vor Ort in 7-8 Teile zerlegen lassen. (den Rücken mitnehmen, der ist gut für die Sauce).

Ok, jetzt suche ich nach Worten für das Photo. Ich sage nur: ich hatte Hunger, es musste schnell gehen. Und ja, Handykameras sind vielleicht nicht die beste Lösung. Aber, dafür wird dieses nach marokkanischer Art zubereitete Hendl auf einem original (und selbst importierten) marokkanischen Teller präsentiert. Das wiegt die Sache mit dem Photo wieder auf. Finde ich.


Hendl-Tagine mit Zitrone und Oliven
(für 4 Personen, Zubereitungszeit: 1h)
(nach "Arabesque" von Claudia Roden)


3 EL Olivenöl
2 Zwiebeln, ganz fein gehackt, oder gerieben
3 Knoblauchzehen, zerstoßen
1/2 TL Safran, im Mörser fein zerstoßen
1/4 TL gemahlener Ingwer
1 Hendl, zerteilt
Salz und frisch gemahlener Pfeffer
Saft von 1 Zitrone
2 EL Koriander, gehackt
2 EL Petersilie, gehackt
Schale von 2 kleinen eingelegten Zitronen (oder etwas Schale von einer unbehandelten Zitrone)
12-16 Oliven in Lake (falls sie sehr salzig sind bis zu eine Stunde wässern)

  • In einem großen Schmortopf, in dem alle Hendlteile nebeneinander Platz haben, das Öl erhitzen.
  • Zwiebel zugeben und bei schwacher Hitze anschwitzen bis sie weich werden. Dann den Knoblauch, den Safran und den Ingwer untermischen.
  • Die Hendlstücke einlegen, mit Salz und Pfeffer würzen und etwas 300 ml Wasser zugießen.
  • Unbedeckt köchlen lassen und die Fleischstücke regelmäßig wenden. (falls es zusehr einkocht, dann noch etwas Wasser zugießen)
  • Nach 20 Minuten die Filets herausnehmen und beiseitestellen.
  • Das restliche Fleisch weitere 25 Minuten garen und dann die Filets wieder einlegen.
  • Zitronensaft, Koriander, Petersilie, Zitronenschale und die Oliven untermengen und unbedeckt 5-10 Minuten köcheln lassen, bis die Sauce schön sämig ist.
  • Ist die Sauce immer noch zu dünn, die Hendlstücke herausnehmen, die Sauce weiter einkochen lassen und das Fleisch darin anschließen kurz wieder erhitzen.
Anmerkungen:
  • ich habe dieses Gericht mit gekochter Hirse serviert. Die Hirse hat einen guten Eigengeschmack und saugt die Sauce wunderbar auf.
  • ich habe der Sauce zum Schluss noch 200g Artischocken (aus dem Glas in Lake, Lake abgegossen und kurz unter Wasser abgespült) hinzugefügt.

Mittwoch, 1. Februar 2012

Havanna

Havanna, das Paris der Karibik. Eine Stadt die viel Vergangenheit hat und sich die Zukunft erst erkämpfen muss. Koloniale Prunkstadt und Freihafen, dann Mafiahochburg und heute heruntergekommene Hauptstadt mit viel Charme längst vergangener Tage.

"La Habana" (wie sie eigentlich heißt) ist anders als das restliche Kuba. Man spürt, dass hier der Kampf ums Überleben härter ist, als in kleineren Städten oder am Land. Die Straßenverkäufer sind hartnäckiger, die Gassen schmutziger, alles teurer und der Verfall so offensichtlich wie nirgendwo sonst. Eine wilde Melange aus karibischer Ungezwungenheit, bröckelnden Prunkbauten, kommunistischen bauwerklichen Machtbekundungen und natürlich dieses besondere Flair, das jeder Hafenstadt innewohnt. In manchen Vierteln (vor allem in touristischen) wird emsigst renoviert. In den meisten Gegenden aber schreitet der Verfall ungebremst voran. Es fällt schwer abzugrenzen, ob von Sanierung oder Neubau zu sprechen ist, wenn von einem Gebäude nur noch die Fassade steht. Die Renovierung in von Touristen stark frequentierten Gegenden erinnert in manchen Straßen ein wenig an Disneyland. So unwirklich perfekt. Die Bevölkerung scheint von diesen Verbesserungen nur begrenzt zu profitieren.

Trotz oder gerde wegen aller Widrigkeiten nimmt einen Havanna ein. Die (teilweise unfreiwillige) Entspanntheit der Menschen steckt an. Hier ist noch Zeit zu Mittag an einem Wochentag mit Freunden im Hauseingang zu sitzen, eine Zigarre zu rauchen und zu tratschen. Männer treffen sich gemütlich am Nachmittag um das Auto des Nachbarn gemeinsam zu reparieren. Hier freut sich der Gastgeber diebisch, wenn er aus irgendeiner Quelle an holländischen Gouda gekommen ist und ihn wie eine Trophäe seinen Gästen präsentieren kann. Man hat nicht viel und so wird nichts verschwendet, sondern alles verwendet, bis nichts mehr übrig ist.


Wasserkanister auf jedem Dach

im Coco Taxi über den Malecón düsen

auf dem Malecón

Propaganda in Vedado

das berühmteste Eisgeschäft Cubas

auf dem Bauernmarkt

staatliches Geschäft

der große Friedhof von Havanna - "Necropolis Cristobal Colon"



Bestattungswagen (ebenfalls aus den 50ern)

Propaganda überall

Kellner entspannen vor einem Cafe auf der Plaza de la Catedral

pompös ausgestattete Kirche "Iglesia de la Merced"

Halle des Hauptbahnhof

Alltag

staatliche Lebensmittelgeschäfte - das Angebot ist übersichtlich

die berühmte Bodeguita del Medio - Mojito rulez!

Blick in Richtung Hafen

von wegen "kleine Inselhauptstadt"

alter Glanz mit viel Leben

Büro Fassade

Gran Teatro de la Habana - die Oper von Havanna (und Links ein Spitzerl vom Kapitol)

Montag, 23. Januar 2012

Grashopper - Schokolade-Pfefferminz-Shake

Hier ein eigenwilliges Rezept, das beim Durchlesen vielleicht irritiert, aber wirklich köstlich schmeckt. Erraten, auch dieses Rezept kommt aus meiner Detox Liste. Ich habe es bei Gwyneth Paltrow gefunden und fand den Namen "Grashopper" irgendwie einladend.
Ist schnell gemacht, schmeckt ein wenig nach After Eight und ist sehr bekömmlich. Sehr angenehm am Abend.

Grashopper - Schokolade-Pfefferminz-Shake
(für 1 Portion, Zubereitungszeit: 15 Minuten)
(nach Gwyneth Paltrow)

250ml Pfefferminztee, heiß/warm
1 EL Kakaopulver (reines Kakaopulver, kein Kakaogetränkpulver)
Prise natürliches Süßungsmittel (ich Stevia, sonst bisserl Honig)
1 TL Kokosöl (kann man auch weglassen, nicht durch anderes Öl ersetzen)
1 EL Cashewkerne
  • Kakaopulver, Stevia, Kokosöl und Cashewkerne in ein mixertaugliches Gefäß geben.
  • 1/3 des Pfefferminztees zugießen und mit dem Stabmixer ca. 1 Minute zerkleinern bis die Nüsse nicht mehr erkennbar sind.
  • Restlichen Pfefferminztee dazu gießen. Nochmals kurz aufmixen.
  • Genießen.

Sonntag, 22. Januar 2012

Juwelenreis

Die letzten Wochen haben kulinarisch viel Abwechslung geboten. Zuerst im Dezember (ja, ich darf so weit ausholen, weil mein letzter Post ja schon seit Mitte Dezember her ist) die wunderbare Weihnachtsvöllerei. Ich erinnere mich freudig an das grandiose Roastbeef meiner Mutter am heiligen Abend. Es folgte creolische und italienische (diese karibisch sehr verzerrt) Küche auf Cuba. Unvergesslich wird hier wohl die Kokosnusssauce in Baracoa (ganz im Osten der Insel) bleiben. Es folgte eine geschäftlich recht stürmische Woche mit Flughafen- und Flugzeugessen und jeder Menge Geschäftsessen.

All dieses Essen das nagt ein wenig an mir und so ist das erste Rezept dieses Jahres ein Detox Rezept. Das soll aber niemanden vom Nachkochen abhalten. Eigentlich handelt es sich um ein „normales“ Rezept, das zufällig meinen Detoxkriterien entspricht. Ich habe das Rezept am Flughafen in der aktuellen Jamie Oliver Zeitung entdeckt. Das Photo war so ansprechend und zu meiner Freude enthält es nur Detox-freundliche Zutaten. Geschmacklich habe ich es bereits Detoxern und Nicht-Detoxern vorgesetzt und alle waren sehr angetan von Geschmack und Aussehen dieses „Juwelenreis“. Eignet sich sehr gut als Abendessen und schmeckt auch noch am nächsten Tag.


Jewelled Rice – „Juwelenreis“
(für 4-6 Hauptspeisen, Zubereitungszeit: 35 Minuten)
(adaptiert nach Jamie Oliver Kochmagazin 1/2012)


300g roter Reis, Basmati oder eine Mischung (ich roter Camargue Reis)
1 walnussgroßes Stück Butter (ich 1 EL Olivenöl)
3 rote Zwiebeln, in feinen Scheiben
1 Dose Linsen (400g)
75g Pistazien, gehackt (ich Cashew)
100g getrocknete Sauerkirschen (ich 50g)
Saft von 2 Zitronen
1 großer Bund Minze, abgezupft und grob gehackt
1 großer Bund Koriander, abgezupft und grob gehackt
extra Olivenöl
½ Granatapfel, Kerne ausgelöst
2 Handvoll Spinat, gewaschen und in feine Streifen geschnitten
Salz und Pfeffer (ich weißen Kampotpfeffer)
  • Reis nach Packungsanweisung kochen.
  • In der Zwischenzeit 1 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin 15 Minuten braten, bis sie karamellisiert sind.
  • Gegarten Reis mit Linsen, Cashews, Kirschen, Granatapfelkernen und Zitronensaft in einer Schüssel vermengen.
  • Mit Salz und Pfeffer würzen.
  • Kräuter und Spinat unterheben.
  • Wenn notwendig noch Olivenöl hinzufügen.
  • Anrichten und mit den gerösteten Zwiebeln garnieren.
Anmerkungen:
  • Möchte man den Reis über mehrere Tage verteilt essen, so sollte man die Kräuter und den Spinat weglassen und immer erst kurz vorm Servieren unterheben. Andernfalls werden Kräuter und Spinat gatschig und verlieren ihr feines Aroma.

Sonntag, 11. Dezember 2011

Elisenlebkuchen

Ist man in der glücklichen Lage ein bezauberndes Patenkind namens Elise zu haben, so möchte man dieses natürlich zur Weihnachtszeit feiern. Wie ginge das besser als mit einem Elisenlebkuchen?

Ich bin ja ein Banause und kenne Elisenlebkuchen aus Märchen und aus der Backstube eines in Supermärkten erhätlichen Lebensmittelriesens mit blauer Verpackung. Das ist peinlich, aber kein Hindernis. Ein wenig Internet Recherche bei den im Internet sehr gut vertretenen Nürnberger Lebküchnereien ergab folgendes: der Elisenlebkuchen ist eine Nürnberger Spezialität. Er beinhaltet keinerlei Mehl, dafür Nüsse (genannt "Ölsamen") in verschiedenen Mahlgraden, Orangeat, Zitronat und natürlich viele Gewürze. Die Bäcker scheinen da allerdings zu schummeln, denn auf den Websites werden oft Elisenlebkuchen mit nur 38% Nuss angeboten. Das mache ich natürlich nicht. Es geht ja um die Ehre des besten Patenkindes von allen.

Ich suche mir also im Internet ein Elisenlebkuchenrezept. Dieses habe ich dann nach Gutdünken in einem Detail abgewandelt: einen klitzekleinen Teil Haselnuss habe ich durch Mandel ersetzt. Mandel ist einfach feierlich, weihnachtlich, und entfernt marzipanig. Geschmacklich ändert diese kleine Menge wohl eher nicht. Ist mehr fürs Gefühl.

Da es im Supermarkt keine kreisrunden Oblaten gab, habe ich sie selbst aus rechteckigen Bögen ausgeschnitten. Die Herausforderung beim Backen ist eine ausreichend große Menge Teig auf die Oblate zu setzen. Beim Backen läuft die Masse auseinander und sollte dann genau die ganze Oblate bedecken und nicht über deren Ränder hinauslaufen. Bei manchen hat es geklappt, bei manchen nicht ganz so gut. Die Hälfte der Elisenlebkuchen habe ich - unter Protest des Tangoero - mit Schokolade überzogen. Der Tangoero empfindet Schokolade auf Lebkuchen als Frevel. Ich finde, Schokolade kann nirgends Frevel sein.

Und wie schmeckt das Patenkind-Keks? wunderbar saftig, aromatisch, gewürzig. keinesfalls zu orangeatig oder zitronatig. Schönheiten sind meine Elisenlebkuchen nicht, aber es sind die inneren Werte die zählen. In der Weihnachtszeit. Und eigentlich immer.


Elisenlebkuchen für Elise
(Zubereitungszeit: 30 Minuten + 24h Rasten + 15Min. Backen)
(ergibt: ca. 30 Lebkuchen)

235 g Zucker
3 Eier
1/2 El kandierter Ingwer; fein gehackt
1/4 TL Zimt, gemahlen
¼ TL Gewürznelke, gemahlen
¼ TL Koriander, gemahlen
¼ TL Piment, zerstoßen
¼ TL Muskatblüte
¼ TL Kardamom
1/2 TL Vanillezucker
120 g Haselnüsse; grob gemahlen
120 g Haselnüsse; fein gemahlen
25 g Walnüsse; grob gehackt
50 g Orangeat; fein geschnitten
50 g Zitronat; fein geschnitten
1 Zitrone;abgeriebene Schale
1 Orange; abgeriebene Schale
Oblaten (5cm Durchmesser)
  • Zucker, Eier und Vanillezucker sehr gut verrühren.
  • Nüsse, Orangeat, Zitronat, Ingwer und Gewürze hinzufügen.
  • Teig 24h am Balkon ruhen lassen.
  • Am nächsten Tag 20 g schwere Kugeln formen und auf die Oblaten setzen.
  • Lebkuchen im vorgeheizten Ofen bei 200°C 12 bis 15 Minuten backen.
  • Lebkuchen auf einem Rost auskühlen lassen.
  • Lebkuchen nach belieben mit Schokolade überziehen.
Anmerkungen:
  • Angeblich werden die Elisenlebkuchen nach 10 Tagen Lagerung noch besser.
  • Ich habe die Hälfte der Lebkuchen mit Schokolade überzogen. Dafür habe ich 100g Milchschokolade und 100g dunkle Kuverture zusammen sanft über Wasserdampf geschmolzen, gut verrührt und erkalten lassen. Dann habe ich die Mischung nochmals erwärmt und sodann die Elisenlebkuchen damit überzogen. Um dem Patenkind zu huldigen habe ich Kuverture von Valrhona verwendet und werde pausenlos darauf angesprochen, wie besonders gut doch der Überzug der Lebkuchen ist.

Montag, 28. November 2011

Vietthao

Bekanntlich bin ich im Winter (und eigentlich zu jeder Jahreszeit) ein bekennender Suppenkasper. So ein Supperl liegt nicht im Magen, verströmt wohlige Wärme, macht satt und ist unendlich wandlungsfähig. Im Winter liebe ich besonders den vietnamesischen Phò, den ich hier an anderer Stelle schon einmal vorgestellt habe.

Letzte Woche war ich schrecklich verkühlt und träumte von Phò. Ich erinnerte mich von einem neuen kleinen Vietnamesen gelesen zu haben. Kurzes Gegoogel später hatte ich das Vietthao am Karlsplatz auch schon lokalisiert.

Das Lokal ist etwas karg und ein kleiner Nachteil sind leider die alten Glasfronten, die die Kälte ungebremst in den Speisesaal lassen. Überall sonst wäre das ein Problem, aber im Vietthao wird ja Phò serviert, der einen von Innen wunderbar wärmt, während einen die Kälte an der Nasenspitze frösteln lässt. So ein bisserl Nasengefröstl ist - finde ich - ok.

Zurück zum Phò: Der Phò ist großartig. Die emsige Köchin kocht die Knochen und einen Tafelspitz aus (ich habe natürlich nachgefragt). Der Tafelspitz wird wunderbar mürbe während des stundenlangen Kochens. Serviert wird der Phò mit den üblichen Einlagen (Reisnudeln, Sojasprossen, Minze, Basilikum, Limette). Natürlich werden auch dünne, rohe Rindsfiletscheiben in die fertige Suppe gelegt und garen in der heißen Suppe genau auf den Punkt. Zusätzlich (und das war mein persönliches Highlight!) legt die Köchin auch noch Scheiben von diesem köstlichen Tafelspitz auf den Teller. Hui, der ist so gut, dass man die Filetscheiben eigentlich links liegen lassen möchte.*

Also, wenn einen das nächste Mal eine vorweihnachtliche Verschnupfung plagt, so wäre das Vietthao als erste Rettungsmaßnahme durchaus empfehlens- und andenkenswert.

Ahja, die Verabschiedung und Begrüßung durch das junge Besitzerpaar ist besonders herzlich und nett!

*Anmerkung: ich bin kein Fleischexperte: vielleicht ist es kein Tafelspitz, sondern ein Schulterscherzerl oder so. Jedenfalls ist es wunderbar mürbes Rindfleisch.

Samstag, 26. November 2011

Paris November 2011

Blick von der Orangerie auf den Eiffelturm

Paris im November ist eine mutige Entscheidung. Die Wahrscheinlichkeit für ein nebelig- feuchtes Wetter ist recht hoch. Umso besser wenn man eines dieser fantastischen Herbstwochenenden in der „Capitale“ verbringen darf. Satt-blauer Himmel, Blätter in allen erdenklichen Herbstfarben, tiefe Sonnenstrahlen, die herbstliche Wärme und wunderschönes Licht spendeten. Ach Paris, du Wunderschöne!

Bei der morgendlichen Joggingrunde im Parc Monceau kann man den Herbst in seiner vollen Pracht genießen. Die bunten Blätter werden vom Wind langsam zu Boden geschaukelt. Manche fallen verspielt und schnell (Birke) und manche segeln elegant und zielstrebig zu Boden (Platane). Dazwischen laufen bezaubernd französisch aussehende Kinder oder fahren mit Trittrollen um die Wette.

Nach soviel Frischluft stärkt man sich am Besten am Marché Batignolles (Samstag bis 13Uhr). Hier ist alles bio und das Publikum hat (im Vergleich zum Bio Markt „Marché Raspail“) schon einen leichten Montmatre Einschlag. Ich frühstücke Galettes Oeuf-Fromages. Die angebotenen Galettes sind so gut, dass ältere Damen extra vorbei kommen um sich ungefüllte Galettes nach Hause mitzunehmen. Und auf ältere Damen ist bekanntlich Verlass!

Blick von der Brücke auf den Cimitière Montmatre

Zu Fuß kann man dann gemütlich am Cimitière Montmatre vorbeispazieren und gelangt zum feschesten Bäcker von Paris „Gontran Cherrier“. Der Mann sieht nicht nur unglaublich gut aus. Nein! Er kann auch richtig gut backen. Tarte au Citron (wunderbar!), Croissant (super blättrig!), Pain d’Amandes (sehr fein). Ich persönlich finde seine gefüllten Weckerl am besten. Das Brot ist perfekt auf die Füllung abgestimmt. So hat das Lachsweckerl z.B. Anis im Teig, was wunderbar harmoniert.

Blick in die Vitrine bei Gontran Cherrier

beim Fleischer

Ein Besuch bei Pierre Hermé ist unumgänglich. Für mich macht er die unangefochten besten Macarons in ganz Paris (lasse mich jederzeit gerne vom Gegenteil überzeugen). Derzeit gibt es unter anderem wunderbare Crème Brulée Macarons und Mandarinen Macarons. Ein Gedicht!

Am Abend quetscht man sich ins L’Avant Comptoir und genießt das Gefühl einer Sardine in der Dose während man ein Gläschen Rotwein schlürft und sich an Ziegenkäse, Blutwurst Macarons und anderen Köstlichkeiten erfreut.

Wer noch Energie hat besucht die Cocktailbar mit den freundlichsten Türstehern Paris: „Experimental Cocktail Club“. Hier wurde das Mixen zur Kunst erhoben. Wer einen Cosmopolitan bestellt erntet verstörte Blicke. Die Cocktail Karte ist klein und sehr fein, die „Mixologists“ sind unendlich freundlich und aufmerksam, die Preise sind unerklärlich moderat und die Schlange vor der Bar ist leider sehr lang.

Die Nacht ist überstanden, das Frühstück wurde dem Magen zu Liebe ausgelassen. Zur späten Mittagszeit knurrt der Magen, man hat deutlich mehr Budget übrig, als ursprünglich erwartet und sehnt sich nach ultra französischer Atmosphäre und Speisen. Ab ins Chez Benoit. Das Bistro gehört zum Imperium von Alain Ducasse. Hier ist Frankreich genau so wie man es sich vorstellt. Man sitzt recht beengt, das Porzellan ist hinreißend, die Freundlichkeit der Kellner muss man sich erarbeiten, die Butter ist fantastisch, die Preise kann man nur nach einem Glas Champagner so richtig gut verdauen, aber es lohnt sich. Die Foie Gras ist sehr gut, das Brioche ebenso, zur Hauptspeise ein wunderbares Steak und zum Dessert noch eine großartige Tarte Tatin mit Bratapfeleis. Dazu wird eine kleine Milchkanne gebracht aus der richtig gute Creme Fraiche auf den Teller fließt. Zum Kaffee werden noch frisch gebackene (ich meine richtig frisch gebacken) Madeleines serviert. Nicht das günstigste Essen in Paris. Aber eines der schönsten.

man beachte das Service

Tarte Tatin mit Crème Fraiche See

Und dann ist die Zeit schon wieder viel zu schnell verflogen. Am Weg zum Flughafen
überwiegt die Trauer über die Abreise und nur der Duft des Käses im Handgepäck lässt noch letzte Paris-Gefühle entflammen.