Sonntag, 8. Februar 2009

Zitronentarte

Mein Tag wurde weiters (nach Gordon Ramsays Erbsen siehe voriger Post) durch eine zitronengelbe Zitronentarte erhellt. Ich bin ja eine große Aficionada von Zitronentartes (sei es mit Baiser oder ohne). Hofer bietet seit einiger Zeit auch unbehandelte Zitronen und ich habe ganz viele davon gekauft. Welche ein Glück ... das Backen konnte beginnen. Ich bitte sich nicht von dem Photo abschrecken zu lassen. Mein 25 Jahre altes Backrohr hat sich ein wenig verselbstständigt und zusätzlich werden meine Photokünste auch der eingeschränkten Schönheit der Tarte nicht gerecht.


Zitronentarte
Teig
180g Mehl
50g Staubzucker
130g Butter
1 Dotter
1/4 TL Salz
  • Alle Zutaten mit 2 Messern verschneiden und zum Schluss mit den Fingern zerbröseln
  • Teig 2h einkühlen
  • eine Tarteform mit dem Teig auskleiden
  • bei 190°C ca. 20min blind backen
Füllung
2 Zitronen, Saft und geriebene Schale
280g Zucker
1 Ei
1 Dotter
1,5EL Maizena
115g Butter, geschmolzen
  • Ei, Dotter und Zucker gut vermixen
  • restliche Zutaten hinzufügen und gut verrühren
  • auf den Tarteboden gießen
  • bei 165°C ca. 20min. backen
  • dann Temperatur auf 180°C erhöhen und weitere 15min. backen
  • 20min. in Form auskühlen lassen
  • am Besten lauwarm genießen
Anmerkung: Der Zucker in der Zitronencreme kann nach Wunsch auf 250g reduziert werden. Ein zusätzlicher EL Zitronensaft würde der Tarte noch ein wenig mehr Säure verleihen.

Erbsen à la Gordon Ramsay

Die Wetterfee hatte es versprochen und meine Kollegen hatten es bestätigt und alle Freunde hatten sich darauf gefreut und ihre Schi eingepackt: dieses Wochenende sollte es schneien. Nicht nur ein wenig, sondern so richtig viel. Winterwonderland! Von meinem Schreibtisch aus blicke ich aus dem Fenster und sehe grau in grau. Selbst wenn ich meine Brille aufsetze ist da weit und breit keine Schneeflocke. Ach, wie betrüblich.

An einem solchen Tag muss zumindest Farbe auf den Teller. Es gibt Reis mit Erbsen à la Gordon Ramsay. Dieser hat sein neues Kochbuch veröffentlicht "Gesund schmeckt besser". Gordon Ramsay kenne ich eigentlich nur aus dem Fernsehen, wo er besonders durch den inflationären Gebrauch von Schimpfwörtern auffällt. Sein Buch enthält (trotzdem) viele raffinierte und alltagstaugliche Rezepte. Das Kamillengelee werde ich demnächst auch einmal probieren. Leider habe ich das Kochbuch noch nicht erworben, sondern lerne bisher die Rezepte im Buchgeschäft immer auswendig. Hier also


Erbsen à la Gordon Ramsay (Version Natascha)
300g TK junge Erbsen
100ml Gemüsebrühe
6 Streifen Hamburger Speck oder Pancetta
kleine Handvoll frische Minzblätter
Schale einer 1/2 Zitrone, unbehandelt
1EL Öl
  • Speck in Öl knusprig braten, abtropfen und auf Küchenrolle das flüssige Fett entfernen
  • abgekühlten Speck klein hacken
  • Erbsen in Gemüsebrühe gar kochen
  • Zitronenschale, gehackte Minzblätter und Speck unter die Erbsen mischen
  • mit Reis servieren

Freitag, 6. Februar 2009

Schönbichler - Afternoon Tea

Freitag Nachmittag im Wien. Was tut man da? Man trifft die allerliebste Sophie und ihren rekordverdächtigen Pony (kein Tier, sondern die Fransen...hehe) und frönt der Teatime. Nun ist das in Wien nunmal nicht so einfach. Haas & Haas (gut, aber charmant wie eine Bahnhofshalle), diverse Hotels, Demmers Teestube ... Zeit neue Gewässer (konkret: Teewässer) zu erkunden.

Schönbichler in der Wollzeile ist bekannt für Whisky und Tee. Heimlich wurde vor einiger Zeit auf der Galerie des Geschäftslokals eine Mini-Teestube (und das ist schon ein Übertreibung) eingerichtet. Diese ist ein wohlgehütetes Geheimnis. Kein Schild bewirbt sie, kein Presse oder Standard Redakteur fühlte sich bemüßigt darüber zu berichten ...... pssssst.....top secret. Aber Sophie und mir entgeht soetwas natürlich nicht.

Eine steile Treppe gilt es zu erklimmen. Oben gibt es dann 3 kleine Tischchen (jedes mit einer goldenen Glocke "equipped"). Die Teatime (€7,5) inkludiert einen Tee nach Wahl, englische Teekuchen, Scones, Muffins und Gurkensandwich. Natürlich kann man auch alles einzeln auswählen. Wir entschieden uns mit "Fresh Breeze" für einen Tee, den man nicht in der Karte findet. Nicht die Kräuterzusammenstellung hat uns überzeugt, sondern die fantastische Aussprache des charmanten Kellners. Es war mehr ein "Fraiche Brrrrriise". Wir konnten es gar nicht oft genug hören und ich möchte jedem ans Herz legen zu Schönbichler probehören zu gehen. Zusätzlich bestellte ich noch ein Gurkensandwich, das sehr gut aber ungewöhnlicherweise mit Creamcheese zubereitet war.

Zu bemängeln bleibt, dass sich auf der Teestuben Galerie auch der Schönbichler Flohmarkt befindet... ein Highlight für Fans von Ton-Enten, blauen Plüschhasen und Kindergummistiefen in Blattoptik. Flohmarkt Interessenten unterbrechen daher gelegentlich die gemütliche Teatime.

Schönbichler
1.; Wollzeile 4
Mo-Fr: 9:00-18:30
Sa: 9:00-17:00

Donnerstag, 5. Februar 2009

Fettfreie Ingwer Kekse

Beim Verzehr meines außergewöhnlichen Guinness Cupcakes erzählte mir eine Kollegin, dass sie versucht hatte meine Brownies nachzubacken.... das Ergebnis sei grauenvoll gewesen. "Raus aus dem Ofen ... und ab in den Mist" um sie zu zitieren. Da stiegen in mir natürlich sofort Schuldgefühle auf. Was hatte ich bloß falsch gepostet? Besagte Schuldgefühle verflüchtigten sich allerdings ganz schnell, als sich herausstellte, dass meine Kollegin alle verdächtigen Zutaten (Butter, Schokolade und Zucker) reduziert oder auch weggelassen hatte. Da Brownies so gut wie ausschließlich aus diesen Zutaten bestehen, ist bei Veränderungen Vorsicht geboten.

Bei der Lektüre dieses Ingwer Keks Rezepts dachte ich sofort an jene Kollegin. Das ideale Keks für sie: keine Eier, keine Butter .... ja, sie sind fatfree! Verblüffenderweise schmecken die Kekse trotzdem sehr gut und scheinen besonders bei Männern beliebt zu sein. Reichlich Gewürze und die Schärfe des kandierten Ingwer erinnern ein wenig an Lebkuchen. Man könnte sie auch als "bröseligen Chai-Tea-Latte" bezeichnen. Sie passen jedenfalls ganz wunderbar zu Tee oder Café.


Fettfreie Ingwer Kekse
215g Vollrohrzucker
75g Apfelmus
45g Melasse oder Zuckerrübensirup
315g Mehl
1TL Backpulver
2 1/2 TL Zimt, gemahlen
1 1/2 TL Ingwer, gemahlen
1/4 TL Nelken, gemahlen
1/2 TL schwarzen Pfeffer, frisch gemahlen
1/4 TL Salz
2 Eiweiß
50g kandierten Ingwer, gehackt
Kristallzucker und gemahlenen Zimt
  • Apfelmus, Zucker und Melasse 5 min. mixen
  • Eiweiß hinzufügen und noch eine Minute mixen
  • Mehl, Backpulver, Gewürze und Salz versieben und unter die Masse rühren
  • zum Schluss kandierten Ingwer hinzufügen
  • Kristallzucker und Zimt auf einer Arbeitsfläche vermischen
  • mit einem Teelöffel Teigportionen abstechen und im Zimt-Zucker zu Kugeln formen
  • auf Backpapier bei 180°C ca. 13min. backen
  • die Kekse sind noch ein wenig weich, und werden beim Abkühlen hart.

Anmerkung: Der Vollrohrzucker kann auf etwa 170g reduziert werden. Es sollte aber jedenfalls Vollrohrzucker sein, weil er einen wunderbar malzigen Geschmack hat. Der Kristallzucker mit Zimt dient nur als Hilfsmittel zum Formen der Kekse. Es geht also nicht darum möglichst viel davon zu verwenden. Wer die Kekse am Liebsten richtig hart mag, der verwendet eingekochtes Apfelmus (gleiche Menge, aber dickflüssiger).

Montag, 2. Februar 2009

Guinness Schokoladen Whiskey Kuchen mit Baileys Frosting

Ein Kollege hat bemerkt, dass ich wohl ein richtiger Schokoladentiger sein muss, da ich doch "immer" Schokoladenkuchen mitbringe. (von eben selbigem Kollegen kommt die Wortkreation "Sternenkäfer" .... ja, - richtig geraten - es handelt sich um Starbucks). Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Im Jänner habe ich etwa 15 Tafeln Lindt 70% Schokolade verkocht. Beachtlich wie ich finde. Tiefenpsychologisch gäbe das wohl einiges für Analysen her ... das möchte ich am besten gar nicht so genau wissen.

Und trotzdem konnte ich nicht widerstehen untenstehendes Rezept auszuprobieren. Welch eine Kombination: Schokokuchen, Guinness Bier, Whiskey (oh, my beloved single malt!) und Baileys.

Diesmal ist mir meine 70% Lindt Schokolade allerdings zum Verhängnis geworden. Etwas Milchschokolade hätte besser zum Alkohol gepasst. Meiner Mutter schmeckt es trotzdem und das macht mich natürlich glücklich. Sie schwärmt nämlich vor allem für Buttercreme (was das Baileys Frosting ja mehr oder weniger ist) und würde am Liebsten meine liebevoll gespritzen Frosting-Rosetten von jedem Muffin einzeln runter naschen. Bei dieser Gelegenheit hat sie mir auch vom Tortenklassiker meiner Urgroßmutter erzählt: Buttercreme-Nusstorte! Zentimeterdicke Schichten Buttercreme, verschwindender Anteil Biskuit und das alles mit Walnüssen dekoriert.


Guinness Schokoladen Whiskey Kuchen mit Baileys Frosting
Guinness Chocolate Cupcakes
250ml Bockbier / Starkbier
230g Butter
100g Kakaopulver
250g Mehl
300g Kristallzucker
1 1/2 TL Backpulver
3/4 TL Salz
2 Eier
2/3 Becher Sauerrahm
  • Butter in einem Topf schmelzen, Bier hinzufügen gut verrühren
  • Kakaopulver und Zucker hinzufügen bei geringer Hitze sehr gut verrühren
  • Mehl, Backpulver und Salz gut vermengen
  • Eier und Sauerrahm mixen
  • abgekühlte Kakaomischung zu Eier-Sauerrahm Mischung hinzufügen
  • Mehl etc unterheben
  • In Muffinsförmchen 17min. bei 180°C backen
Schokoladen Ganache
100g Schokolade
110ml Schlagobers
1 EL Butter, weich
1 TL Whiskey
  • Schokolade klein hacken und in ein kleines Gefäß geben
  • Schlagobers erhitzen und das heiße Schlagobers über die gehackte Schokolade gießen
  • 2 Min. stehen lassen, dann kräftig verrühren bis die Schokolade sich vollkommen aufgelöst hat
  • Butter und Whiskey unterrühren
Baileys Frosting
200g Zucker
100g Butter, weich
3-4 EL Baileys

  • Zucker und Butter mit einer Gabel gut vermengen
  • Baileys zum Schluss unterrühren
  • In die abgekühlten Muffins kleine Löcher bohren
  • die Schokoladen Ganache mit einer mittleren Tülle hineinspritzen
  • mit einer kleinen Sterntülle das Baileys Frosting in Rosetten aufspritzen
  • Kühl lagern

Sonntag, 1. Februar 2009

Süße Rosinenbrötchen

Germteig in allen Variationen .... ach wie ich ihn liebe. Dieser leicht vergorene Geruch wenn man den Dampfl zubereitet. Wenn es dann in der Rührschüssel sachte blubbert und der kleine Teig ein sagenhaftes Volumen annimmt. Ja und dann das Ergebnis: Buchteln, Striezl, Oster Pinzen und natürlich der beste Germgugelhupf der Welt (von meiner Mama, den es leider nur einmal pro Jahr zum Namenstag meines Vaters gibt) ... am Besten frisch aus dem Ofen, auch wenn der Magen darunter leidet.

Bei gekauften Germteig-Bäckereien vermisse ich häufig den Germ Geschmack. Auch ist das Gebäck oft so flaumig, dass man meinen möchte der Germ habe sich auf dem Weg zur Rührschüssel verlaufen.

Solcherlei Gedanken bewegten mich, als ich im wundervollen Donna Hay "Modern Classics süß" Kochbuch blätterte und über ein Rezept für süße Rosinenbrötchen stolperte. Das Photo sah ein wenig nach englischen Scones aus (Teatime mit Sophie ...). Ein kurzer Blick in mein Vorratslager und voller Freude stellte ich fest, dass ich alle Zutaten zu Hause hatte. Ich habe die Menge der Rosinen stark reduziert und sie in warmem Rum ziehen lassen. Auch bei den Gewürzen (Anis und Nelken) habe ich mich zurück gehalten. Die Weckerl haben sehr gut geschmeckt (vor allem die Konsistenz ist erstklassig), nächstes mal werde ich die Gewürze aber - abgesehen von einer Prise Zimt - vollkommen weglassen. Gut würden sicher auch geröstete Mandelstifte oder gehackte Schokolade im Teig schmecken.


Süße Rosinenbrötchen
1EL Trockengerm
110g Zucker
375ml Milch
570g Mehl
2TL Gewürze
2TL Zimt
50g Butter, geschmolzen
1 Ei
300g Rosinen
60g Orangeat/Zitronat
70g Mehl
80ml Wasser
  • Germ, 2TL Zucker und lauwarme Milch verrühren und 5min stehen lassen.
  • Mehl, Gewürze, Butter, Ei, Sultaninen, Orangeat und den restlichen Zucker zur Germmischung geben und zu einem Teig verrühren und 8min kneten.
  • 1h an einem warmen Ort (z.B. auf der Heizung), mit einem feuchten Tuch abgedeckt gehen lassen.
  • 12 Kugeln formen.
  • Kugeln in eine mit Backpapier ausgelegte Form setzen.
  • wieder abdecken und 30min gehen lassen.
  • Mehl und Wasser verrühren und die Masse mit einem Spritzsack kreuzförmig auf die Weckerl spritzen.
  • 35min bei 200°C backen.
  • Weckerl evt. mit Glasur bestreichen.
Dazu gab es bei mir ein kleines Glas Buttermilch, Marmelade, Butter und frischen (hauch-dünn) aufgeschnittenen Apfel (Jonagold).