Samstag, 12. Februar 2011

Vegane Himbeertorte

Vegane Himbeertorte. "Jetzt spinnt sie komplett" werdet ihr euch denken. Und besonders die liebe Schwester wird die Augen verdrehen, denn mit ihr habe ich einmal ein veganes Restaurant besucht und noch heute lachen wir über die dort probierte eigenwillige "Dessertvariation". "Veganer werden wir nicht" haben wir an diesem Abend beschlossen.

Jetzt bin ich aber - einige Tage ist es her - auf dieses Rezept für vegane Himbeertorte gestoßen und es klang himmlisch. Die Zubereitung ist sehr simpel und geht schnell, weil vegane Torten nicht gebacken werden müssen (ist ja auch weder Ei noch Milchprodukt drinnen). Auf einen Boden aus köstlichen Medjoul Datteln und Mandeln wird eine Himbeercreme gestrichen, die auf Cashewnüssen basiert. Um der Cashewnuss den Wechsel des kulinarischen Aggregatzustandes (fest zu cremig) zu ermöglichen ist das Einweichen in Wasser unabdinglich. Sonst staubt's.

Ja, was soll ich sagen? Die Torte ist der Renner. Ich muss sie verstecken. Wirklich, wirklich köstlich. Theoretisch sollte sie mit frischen Himbeeren dekoriert werden. Es ist Jänner: weit und breit keine frische Himbeere zu sehen. Ich habe also mit Granatapfelkernen geschmückt und finde, dass es hinreißend aussieht.

Wichtiger Hinweis noch: die Zutaten sind für eine Back die Hälfte Backform bestimmt. Für normale Backformen also die Zutaten verdoppeln.

Ahja, und der Leser stellt fest, dass auch Kokosöl in der Creme enthalten ist. Kokosöl ist nicht flüssig, sondern weiss und fest. Ceres ist ein Beispiel für Kokosöl. Das würde ich aber nicht nehmen, sondern zu einer hochwertigen Alternative greifen. Ich habe meines beim Maran gefunden. Es hat eine wunderschöne Konsistenz und duftet.

Noch ein Tipp: Vor dem Servieren nicht verraten, dass es sich um eine vegane Torte handelt!


Vegane Himbeertorte
(Rezept ist in Cups angegeben --> eine 250ml Tasse verwenden)

1/2 cup Mandeln (geschält)
1/2 cup Medjoul Datteln (das sind die weichen Großen)
1/4 TL Salz

1 1/2 cups Cashews (für mind. 5 Stunden/über Nacht in Wasser eingeweicht
1 Zitrone, Saft
1 Vanilleschote, die Pünktchen herauskratzen
2 EL Kokosnussöl, geschmolzen (nicht zu heiß werden lassen)
4 EL Honig (richtige Veganer nehmen Agavendicksaft oder ähnliches)
1 Tasse TK Himbeeren (komplett aufgetaut)
  • Nüsse, Datteln und Salz im Mixer so lange fein hacken bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. (manche mögen es gröber, manche wollen eher eine Paste).
  • Mischung auf den Boden einer "Back die Hälfte" Springform verteilen und gut andrücken.
  • Mixer abwaschen und nun Cashews (ohne Wasser), Honig, erwärmtes Kokosnussöl und Vanillepünktchen so lange pürieren bis man eine feine Creme hat (keine Stückchen).
  • Die aufgetauten Himbeeren pürieren und durch ein Sieb streichen (um die Kerne zu entfernen).
  • Himbeeren und Cashewcreme vermischen.
  • Die Creme ebenfalls in die Springform füllen und gut verteilen.
  • Für eine Stunde im Kühlschrankkühlen, damit die Creme fest wird.
  • Mit Beeren oder Granatapfelkernen servieren.

Anmerkungen:
  • möchte man einen besonderen "Effekt" erzielen, dann kann man 2 EL der Creme beiseite geben bevor man die restliche Creme mit Himbeerpuree einfärbt. Diese 2 EL Creme verteilt man als kleinen Kreis in der Mitte der Torte. Die Himbeercreme wird dann vorsichtig um den Kreis herum und darüber gestrichen. Beim Anschneiden ergibt sich dann ein hübsches Muster.
  • auch wenn man diese Torte nicht nachbäckt, so sollte man in Supermarkt und Co auf jeden Fall Ausschau nach den köstlichen Medjool /auch Medjoul Datteln halten. Diese sind recht groß und schmelzen förmlich im Mund. Ein großer Genuss, den man nicht immer bekommt.

Mittwoch, 2. Februar 2011

München

Mitte Jänner habe ich eine Woche im schönen München verbracht. Wie daheim, und doch im Ausland. Hier nun einige kulinarische Notizen.

Muenchen72
Very, very gemütlich. Und wieder beneide ich die Deutschen für ihr Kneipentum. Sowas gibt es in Österreich nicht. Kleines Lokal, eingerichtet mit Gegenständen von der Olymipade 1972; kleine, feine Speisekarte; kleine, feine Getränkekarte, besonders nettes Service und das beste? Jeden Sonntag kann man dort gemeinsam mit anderen Gästen Tatort schauen. Und das ist sehr gemütlich. Gegessen haben wir: einen sehr guten Salat mit Ziegenkäse, der aus unterschiedlichen Blattsalaten, Rohkost, Maracuja und einem sehr guten Dressing bestand. Als Hauptgang hausgemachte Gnocchi mit Salbeibutter, die Gnocchi interessanterweise herausgebraten. Ungewöhnlich. Schmeckt gut. Und die Nachspeise? ... wird sich der erfahrene Blogleser fragen, der doch weiß, dass ich Desserts über alles liebe: Tja, die wunderbaren Waffeln mit Weichseln, Eis und Schlagobers waren zu meinem großen Bedauern aus.








Prinz Myshkin
Endlich einer der beweist, dass vegetarisches Essen nicht immer gesund, trocken und schwer verdaulich sein muss. Und, dass man als Vegetarier auch "in" sein kann. Ein internationales Lokal mit großer Karte, das für jeden Geschmack etwas bietet. Unter anderem Pizza bei der man zwischen zwei unterschiedlichen Teigen wählen kann. Das großzügige Lokal mit gaaaanz hohen Decken ist reduziert eingerichtet. Hingucker sind die moderne Beleuchtung und die genialen Blumenbouquets (tolle Rosen und Lilien ... feudal).
Wir teilten eine Vorspeisenvariation, die mit vielen unterschiedlichen Aromen und Geschmäckern erfreute. Danach für mich ein großer karibischer Salat, der für meinen Geschmack nicht ganz ausgewogen war. Die Begleitung entschied sich für Samosa mit Tomaten Chutney und das war richtig gut. Zur Nachspeise eine Walnuss-Toffee-Tarte, die eigentlich verboten gehört, weil so gut und eine Mango Mascarpone Creme.


coole Beleuchtung und Olivenbaum im Lokal



Yum
Angeblich der beste Thai Münchens. Naja. Das Ambiente ist wirklich schön und der Service freundlich und flink. Das Essen hat mich aber nicht so sehr vom Hocker gehauen. Sehr lecker war jedenfalls der Sticky Rice mit frischer Mango zur Nachspeise.

Acquarello
Ein Michelin Stern und angeblich der beste Italiener Deutschlands. Gleich vorweg: Günstig ist der Spaß nicht. Aber jeden Cent wert. Ausgesucht freundlicher Service, fantastische Speisen und immer wieder schöne Details. Im Rahmen des Acquarello Klassikmenüs probierten wir 7 Gänge.

Vitello Tonnato

Los ging es mit einem sehr feinen Vitello Tonnato. Sehr schön angerichtet, das Fleisch ganz zart und die Sauce nicht zu fett. Es folgten weitere 6 Gänge, die ich hier leider nur kurz streifen kann. Der in 3 Nudeln angerichtete Ochsenschwanz war sensationell! Die mit Walnuss Ricotta gefüllten Ravioli bestanden aus hauchdünnem Nudelteig und waren mit einer unglaublich luftigen Parmesan Zabaione überzogen. Jakobsmuscheln und Rochen waren jeweils genial. Die kleine Scheibe vom Braten ein weiteres Highlight. So mürbe und eine derartig dichte und aromatische Sauce. Köstlich.

Ochsenschwanz gut versteckt

Zum Abschluss Eukalyptus-Gelee mit Apfelragout, Apfelespuma und Apfel-Koriander Sorbet. Das Dessert fand ich wirklich fein, habe aber zu bemängeln, dass tierische Gelatine verwendet wurde und deren Eigengeschmack etwas unvorteilhaft hervorstach.

besagtes Dessert

Und für verspielte Menschen wie mich noch das Highlight: Zum Café gab es ein Wägelchen auf dem diverse Süßigkeiten in altmodischen Glasgefäßen aufgebaut waren aus denen man wählen konnten. Macarons, Pralinen, Kekse. Das lässt das kindliche Herz in mir gleich höher schlagen.

bisserl wie im Zuckerlgeschäft


und zum Abschluss noch Weisse Minzschokolade

Idas Milchladen
Ida, ach Ida, wie werde ich dich vermissen! Ich logierte im MotelOne, einer Budget Kette, die ich wirklich wirklich empfehlen kann. Gegenüber fand sich besagter Milchladen. Ein kleines Geschäft in dem man gefüllte Weckerl, diverse Salate und köstlichen Milchreis, Fruchtquark und sardisches Joghurt kaufen kann. Dann noch einige Quichevarianten und Getränke. Idas Köstlichkeiten haben mich jeden Tag gerettet und ich weiß noch nicht wie ich es in Zukunft ohne täglichen Milchreis mit Weichseln aushalten soll. Ida ist serviceorientiert: sperrt früh auf, die Damen sind besonders freundlich, man wird rasch bedient. Ida ist ein heißer Tipp!



Speisen im Boardrestaurant von ÖBB und DB
Bekannterweise reise ich gerne per Bahn. (Vorteile liegen klar auf der Hand: Transport von/nach Stadtzentrum, mehr Beinfreiheit, Bewegungsmöglichkeiten, keine lästigen und zeitraubenden Kontrollen). Auch diverse Winterdebakel der Deutschen Bahn können mich nicht abschrecken. Und so habe ich auch auf dieser Reise die Bahn von Hannover nach München (DB ICE) und von München nach Wien (ÖBB Railjet) genutzt.

Beide Boardrestaurants überraschen mit einer ansprechenden Weinkarte, die deutsche und österreichische, aber auch internationale Weine bietet. Die Beilagensalate bei beiden Unternehmen fand ich nicht überragend, aber doch recht ansprechend. Die Schwammerlnudeln bei der Deutschen Bahn weckten Kindheitserinnerungen, waren mit Sicherheit keine Haute Cuisine, aber doch sehr annehmbar. Der Käseteller war recht vielseitig und international, es fanden sich aber einige Käse mehrmals auf dem Teller (der Rest war wohl ausgegangen). Der Schokoladenkuchen (lauwarm und sehr schokoladig) war eine leicht industrielle, aber dennoch positive Überraschung. Für ausgelaugte Geschäftsreisende eine Bombe voller Glückshormone.

Bei der OEBB entschied ich mich für Pinzgauer Kasnockerln und unterstelle der Bahn, dass es sich um ein qualitativ minderwertiges Mikrowellenprodukt handelt. So waren es keine Nockerl, sondern ein zusammenklebender riesiger Nocken/Teigkugel/Magenterrorismus. Auch bot der Speisewagen der DB etwas mehr Flair und z.B. weiße Tischtücher. Die OEBB setzen mehr auf nüchternen Industrie Charme (viel Plastik und Metall). Auch kann man bei der ÖBB einander nicht gegenüber sitzen, sondern nur nebeneinander, was spätestens bei der Nachspeise für Nackenstarre sorgt und insgesamt nicht ganz zum sexy Image des Railjets passt.

Trotz einiger Makel möchte ich jedem ans Herz legen gelegentlich im Speisewagen durch Europa zu flitzen. Denn beim Zugfahren ist es ein wenig wie beim Wandern .... die Seele kann Schritt halten.

Samstag, 29. Januar 2011

Geschmorter Tintenfisch mit Kichererbsen

Meine liebe Mutter hat mir letztes Jahr das wunderbare Kochbuch "Viva Espana" geschenkt von dem ich mich immer wieder gerne verführen lasse. Nun bin ich ein Fan von Kichererbsen und von Tintenfischen, hätte aber nie daran gedacht sie zu kombinieren. Warum nur nicht?

Als ich auf das Rezept für "Geschmorten Tintenfisch mit Kichererbsen" stieß (eigentlich ein Eintopf) war ich so begeistert, dass ich vor Vorfreude von Kicherfischen (Kombination aus Kichererbse und Tintenfisch) erzählte. Kicherfisch hin oder her, es schmeckt fabelhaft.

Von der Verwendung einer ganzen Knoblauchknolle sollte man sich nicht abschrecken lassen. Durch das lange garen, schmeckt er mild.


Da ich ja gerade vegetarische Wochen begehe (unterbrochen von einigen fleischigen Ausrutschern in München), habe ich die im Rezept angeführte Chorizo weggelassen. Der Eintopf wird trotzdem herrlich aromatisch
.

Letzte Woche habe ich beim Dal Rezept ja extra daraufhingewiesen, dass es - trotz der Linsen - auf Grund der Gewürze gut verträglich ist. Dieser Hinweis gilt nicht für dieses Gericht. Die ganzen Kichererbsen sollten von Menschen mit sensiblen Magen-Darm-Trakten eher gemieden werden. Alle anderen sollten den Eintopf unbedingt nachkochen. Bei meinen Gästen kam er so gut an, dass ich ihn nicht mal fotografieren konnte.


Geschmorter Tintenfisch mit Kichererbsen - Chocos con Garbanzos

(für 6 Personen; Zubereitungszeit: 20 Min. + 90 Min. Schmorzeit)
(aus "Viva Espana" von Camorra/Cornish)


500g Sepien (kleine Tintenfische), gesäubert und halbiert
500g getrocknete Kichererbsen, über Nacht eingeweicht
1 Knoblauchknolle
1 TL geräucherte Paprikapulver
200ml Sherry
50ml Olivenöl, extra virgine
1 große weiße/braune Zwiebel, geviertelt
6 reife Tomaten, enthäutet, entkernt, gewürfelt (ich: 1 Flasche (690ml) Polpa)
3 Lorbeerblätter
200g frische Chorizo (habe ich weggelassen)
1 TL Safranfäden
1 EL frische Minze, gehackt
1 EL frische Petersilie, gehackt
2 TL schwarze Pfefferkörner
knuspriges Brot als Beilage
  • Tintenfische, Kichererbsen, Knoblauch, Paprikapulver, Sherry, Olivenöl, Zwiebel, Tomaten und Lorbeer in einen großen Kochtop geben.
  • Mit 700ml Wasser aufgießen und zugedeckt bei mäßiger Hitze 90 Minuten garen.
  • Knoblauch herausnehmen und etwas abkühlen lassen.
  • (Chorizo hinzufügen und nochmals 10 Minuten kochen)
  • Safran und Pfeffer im Mörser zerstoßen.
  • Knoblauch mit einem Löffel aus den Zehen drücken und ebenfalls in den Mörser geben.
  • Alles zu einer Paste zerstoßen.
  • Mischung unter die Kichererbsen rühren.
  • Mit Petersilie und Minze bestreuen.
  • Mit frischem (knusprigen) Weissbrot servieren servieren.
Anmerkungen:
  • Ich habe keine Chorizo verwendet und es hat wunderbar geschmeckt.
  • Habe noch den Saft einer Zitrone hinzugefügt und 1,5 TL Fleur de Sel.
  • Die Chorizo wird nach 90 Minuten ganz - nicht in Stücke geschnitten - in den Eintopf eingelegt. Dann lässt man 15 Minuten ziehen und fügt anschließend die Knoblauchpaste hinzu.

Montag, 24. Januar 2011

Linsensauce – Gujrati Toor Dal

Es gibt Neuigkeiten auf diesem Blog: Ich habe über die Feiertage einen Rezepteindex geschaffen. Der ist sehr praktisch zum Stöbern und in Kategorien gegliedert. Ihr findet den Index rechts. Einige fehlerhafte Formatierungen werde ich in den kommenden Wochen noch ausbügeln. Ich sage Euch, liebe Leserinnen und Leser, wenn man von Technik ziemlich wenig Ahnung hat, dann kann bereits ein Rezepteindex zur Herausforderung ausarten.

Aber weg von der Technik und hin zum heutigen Rezept. Nach den maßlosen Feiertagen sehne ich mich nach erdigen Gerichten und habe mir in nächster Zeit vegetarische Kost verordnet (Fisch ist weiterhin erlaubt). Und wer sind die Könige der vegetarischen Küche? Die Inder. Und was ist eines meiner absoluten Lieblingsessen? Dal. In allen Variationen. Und was ist das nette an indischen Gerichten? Man kann jedes Gericht nach Lust und Laune mit unzähligen Chutneys und Pickles erweitern.

Wir starten also mit einem indischen Linsengericht. In Indien gibt es sehr viele unterschiedliche Linsen. Für dieses Gericht empfehle ich eine kleine und recht flache Sorte (gelb oder orange). Grüne Linsen und Kichererbsen sind nicht ideal. Falls sich jetzt ein Leser bei Linsen denkt: Uje, uje, Linsen ... die vertrage ich ja gar nicht. Meine Erfahrung ist, dass die Fülle an verwendeten Gewürzen in solchen Dals („Dal“ bedeutet schlicht „Linse“), die Gerichte sehr verträglich machen. Dazu reicht man nach Geschmack einfach Basmatireis und Chutneys. Wem die Chutneys zuviel Aufwand sind, der besorgt sich im Supermarkt ein Mangochutney und jedenfalls würde ich noch ein Raita dazuservieren. Das ist ein kleiner Salat aus Joghurt und Gemüse. Die Mischung aus würzig (Dal), neutral (Reis), süß-scharf (Chutney), und kalt (Raita) ist sehr reizvoll. Dieses Dal ist übrigens eher eine dicke Sauce, weil puriert. Es schmeckt fabelhaft!


Linsensauce – Gujrati Toor Dal
(nach „Indisch Vegetarisch“ von S. Issar & M. Kopecky)
(für 4 Personen, Zubereitungszeit: ca. 45 Minuten)

1 Zwiebel, gelb, grob gehackt
1 EL Ghee oder neutrales Öl (z.B. Sonnenblumenöl)
300ml Linsen (in einem Becher abmessen)
1l Wasser
5-6 Tomaten, enthäutet (oder auch nicht) und klein geschnitten
1 TL Salz
2 TL brauner Zucker (oder aber auch weisser)
½ TL Chilipulver
¼ TL Kurkumapulver
1 TL Tomatenpuree (habe ich weggelassen)
1 TL Korianderpulver
½ Zitrone, Saft
2 EL Pflanzenöl
1/8 TL Kreuzkümmel, ganz
1/8 TL Senfkörner, schwarz
2 Chilischoten, getrocknet
1/8 TL Bockshornklee
1 Msp. Asafoetida
4 Curryblätter, getrocknet
2 EL Korianderblätter, frisch gehackt
  • In einem großen und weiten Topf mit schwerem Boden die Zwiebel in 1 EL Öl anschwitzen, dann mit 1l Wasser aufgießen.
  • Linsen in einem Sieb solange unter fließendem kalten Wasser waschen, bis das ablaufende Wasser klar bleibt.
  • Linsen in den Topf geben und aufkochen. Dann Temperatur reduzieren und halb zugedeckt ca. 30 Minuten köcheln lassen, bis die Linsen weich sind.
  • Tomaten hinzufügen und weitere 5 Minuten köcheln lassen.
  • Vom Herd nehmen, etwas abkühlen lassen.
  • Salz, Zucker, Chilipulver, Kurkumapulver, Tomatenpuree, Korianderpulver und Zitronensaft hinzufügen.
  • Dann alles mit dem Stabmixer pürieren.
  • In einem anderen Topf 2 EL Öl erhitzen und darin Kreuzkümmel, Senfkörner, getrocknete Chilischoten undBockshornklee anrösten bis die Körner zu platzen beginnen. Zum Schluss kurz Asafoetida und Curryblätter kurz mit bräunen. (Aufpassen das nichts anbrennt!)
  • Linsen dazugießen und nochmals – unter ständigem Rühren – für 2 Minuten kochen.
  • Vor dem Servieren mit frischem Koriander bestreuen. Mit Reis, Chutneys und Raita servieren.
Anmerkungen:
  • Dieses Gericht lässt sich gut aufwärmen. Es wird von Tag zu Tag besser.
  • Für Raita einfach 1/2 Gurke schälen und entkernen und in grobe Scheiben schneiden. Diese dann mit 4 EL Naturjoghurt, Salz und 1 EL frisch gehackter Minze verrühren. Nach Geschmack auch wenig frisch gehackten Knoblauch hinzufügen.

Dienstag, 11. Januar 2011

Teltower Rübchen aus dem Ofen

Jetzt werden sich die deutschen Leser vielleicht etwas langweilen und dem einen oder anderen Österreicher wird die Hauptzutat unbekannt sein.

Rüben aller Art scheinen sich in Deutschland einer großen Tradition und Beliebtheit zu erfreuen. Auch heute findet man in deutschen Kochzeitschriften immer wieder „Specials“ zum Thema Rübe. Das Thema war übrigens in den Krisenjahren 2009 und 2010 besonders beliebt. Ganz im Sinne der „Neuen Häuslichkeit“, wie meine Mutter das zu nennen pflegt.

In Österreich – man möge mich korrigieren – sind die Rüben nicht ganz so populär. Klar, Kohlrabi kennt man. Rote Beete und Karotten sind auch keine Unbekannten. Bei Pastinaken wird es schon etwas enger. Und dann .... dann wird es leer am Rübenhorizont.

Ich finde Rüben ja faszinierend und treibe gelegentlich Mitreisende in den Wahnsinn, wenn ich auf Reisen noch schnell eine neue Rübensorte in den Koffer stopfe.
Letzte Woche - in der wunderschönen Pfalz - erblicke ich auf einem Bauernmarkt: Teltower Rübchen! Mein Herz fing ganz schnell an zu schlagen vor lauter Aufregung. Diesen allerhübschesten Namen hatte ich schon so oft gelesen und nie war mir die Rübe untergekommen. Ich quietschte (kurz und ganz leise) vor Freude und erwarb zwei wunderschöne Teltower Rübchen, die wohl eher Rüben waren. Und vor lauter Freude kamen noch 3 Butterrübchen ins Einkaufssackerl. Teltower Rübchen sind übrigens eine Spezialität aus der Stadt Teltow in Brandenburg. Dort gibt es sogar einen "Förderverein für das Teltower Rübchen e.V." (habe ich im Internet gelesen).

Zurück in Wien kam ich ins Grübeln was ich denn so mit den Rüben anstellen könnte. Navets- französische Rüben, die ich aus Paris mitnehme – schmore ich normalerweise. Teltower Rübchen sollten besonderer werden. Dieses Rezept habe ich von einer gewissen Küchenfee aus dem Reformhauskurier. Das soll jetzt niemanden abschrecken, denn es ist wirklich köstlich. Die Aromen vermischen sich wunderbar und der Saft karamellisiert leicht. Ich habe die Rübchen einfach so gegessen. Beim nächsten Mal serviere ich sie als Vorspeise mit einem Löffel Ziegenfrischkäse dazu, oder als Beilage zu winterlichem Braten.

Und wer weit und breit kein Teltower Rübchen erblicken kann, der nimmt einfach die gemeine Kohlrabi.


Teltower Rübchen aus dem Ofen
(aus Reformhauskurier 11/2003)
(für 4 Personen als Beilage oder Vorspeise, Zubereitungszeit: 15 Minuten + 60 Minuten im Backrohr)


2 große Teltower Rübchen (oder 2 Kohlrabi)
50g Butter
2 EL Ahornsirup (oder aromatischen Honig, z.B. Kastanie)
1 TL Rosmarin, frisch gehackt
¼ TL Koriandersamen, ganz
Salz und Pfeffer
  • Rübchen schälen und in 2mm dünne Scheiben schneiden.
  • Butter und Ahornsirup in einen kleinen Topf geben und erwärmen bis die Butter geschmolzen ist. Gut verrühren.
  • Eine Auflaufform (ich habe eine Quicheform verwendet) mit Ahornbutter ausstreichen. Rübchen Scheiben in die Auflaufform einschlichten.
  • Mit Ahornbutter bestreichen, salzen und pfeffern, mit Rosmarin und Koriander bestreuen.
  • Auflaufform in Alufolie wickeln und so 20 Minuten schmoren.
  • Dann die Alufolie entfernen, Hitze auf 180°C reduzieren, und weitere 40 Minuten schmoren.
  • Aus dem Ofen holen und servieren.

Samstag, 8. Januar 2011

Willkommen 2011

Willkommen, Hereinspaziert, wie schön Euch - liebe Leserinnen und liebe Leser - im Jahr 2011 endlich wieder zu sehen. Ich habe Euch schon vermisst.

Ich war auf Urlaub, nicht in Wien, habe entspannt und jetzt bin ich gespannt auf dieses neue Jahr. Die zweite Hälfte des Jahres 2010 war recht turbulent für mich: mein Jobwechsel, der Umzug der besten Freundin in die USA, meine Auszeit und damit verbunden eine tolle Wanderung in Italien und unsere so beeindruckende Reise durch Japan. Umso mehr habe ich mich auf den Jahreswechsel und vor allem auf die Tage zwischen 24. Dezember und 6. Jänner gefreut, in denen die Zeit so wunderbar still zu stehen scheint.

Die letzten Tage des alten Jahres habe ich in Paris verbracht und mein letztes Abendessen 2010 bei Gérard Depardieu in seinem Fontaine Gaillon zu mir genommen. Meine Gesellschaft war ganz fabelhaft, unser Tisch neben dem offenen Kamin, französisches Ambiente, Essen nicht so spektakulär, wie man es beim Presserummels vielleicht vermuten könnte, aber durchaus sehr gut. Ich genoss mit Garnelen und Jakobsmuscheln gefüllte Teigtaschen, dann einen Seeteufel à l'armoricaine und danach ein schokoladiges Törtchen.

Die Silvesternacht haben wir uns bei Eva um die Ohren geschlagen. Ich kann von vegetarischem Silvester nur schwärmen. Köstliche Topinambursuppe (nicht püriert) mit Trüffelöl und danach geschmorte Endivien mit Käse nach Wahl. Wunderbar. Bekömmlicher wäre es gewesen, sich anschließend nicht auch noch an 5 ausgezeichneten französischen Käsen zu delektieren. Aber wer kann in einer solchen Nacht schon an sich halten. (Die köstlichen Pâtisserien von Sadaharu Aoki erwähne ich hier nur ganz nebenbei.)

Nach dieser Völlerei und einigen abenteuerlichen Erlebnissen mit der deutschen Bahn haben wir uns dann 2 Tage in der schönen Pfalz erholt und wie immer hat uns Dario bestens verköstigt! Was Pfälzer Restaurants angeht kann und muss ich wieder vom Hofgut schwärmen. Unter Verwendung bester regionaler Produkte wird dort erstklassig in gemütlichem Ambiente gekocht. Ein Muss, wenn man in der Gegend ist.

Damit nicht genug, haben wir auch noch 3 Tage im Elsass verbracht. Darüber werde ich separat berichten, denn da gibt es viel zu erzählen und zu empfehlen.

Also dann liebe Leserinnen und Leser: Willkommen zurück und auf in ein spannendes Jahr!