Donnerstag, 23. Juli 2009

Tieferkühler ich komme!


Langsam nähere ich mich dem Boden. Wovon? Von meinem Tiefkühler. Auf Grund meines Krankenstandes sitze ich fest in meinem home, sweet home. Das frische Obst und Gemüse neigt sich dem Ende zu und so beschäftige ich mich endlich einmal in aller Ruhe mit dem Inhalt besagten Tiefkühlers. Während ich sehr erfolgreich darin bin Speisen einzufrieren, bin ich nicht ganz so erfolgreich darin diese dann aufzubrauchen. Es ist einfach selten der Fall, dass ich "gerade keine Lust habe zu kochen" oder ich "nicht zum Einkaufen gekommen bin".

Da wäre z.B. das frische Melonensorbet, welches ich nach dem Gefrierungsprozess noch nicht abfüllen konnte, weswegen es noch immer in einer Auflaufform auf sein Schicksal wartet (ja, manche Menschen haben den Großteil ihrer Auflaufformen im Tiefkühler und nicht im Backrohr .... guter Tipp falls Einbrecher kommen.... Scherz). Bei meiner Suche nach Essbaren hat sich der wunderbare Balkon-Dill, den ich fein gehackt und in Alu Folie abgepackt eingefroren hatte, über das Melonen Sorbet ergossen. Könnte ich nun einkaufen gehen, würde ich wohl etwas geräucherten Fisch und Weißbrot zum Melonensorbet kombinieren. Blop, Schluss mit dem Träumen.

Weiter ging es mit eingefrorenen Dim Sum. Diese sind nicht selbstgemacht, aber von der Mutter des Besitzers des Asia Geschäfts meines Vertrauens. Ich sage nur so viel: Köstlich! Fleisch und Fisch unbekannter Herkunft stimmen mich misstrauisch weswegen ich nur vegetarische Sorten erwerbe. 5min. in kochendem Wasser ziehen lassen, etwas Soja Sauce ... fertig ist mein Fast Food (ohne Konservierungsmittel, Farbstoffe etc.). Heute habe ich dieses Essen noch durch einen asiatisch Angehauchten Gurkensalat (die letzte Gurke) erweitert. Gurke in grobe Stücke geschnitten und in folgender Sauce mariniert: 2 EL Sesamöl, 1/2 Tl Sambal Olek (frischer Chili besser), 1 EL Sojasauce, 1,5 EL Zitronensaft, Koriander gehackt, Schuß Fischsauce, etwas Sake wäre toll (leider nicht verfügbar).

Weiter ging es im TK Wonderland: Knödelvariationen. Aus irgendeinem Grund entspannt es mich Knödel und alle Formen von gefüllten Nudeln in großen Mengen herzustellen. Aus diesem Grund gibt es Erdbeer-, Himbeer-, Marillen- und Topfenknödel. Butterbrösel und ein paar Erdbeeren vom Balkon ... wunderbar. Schlutzkrapfen & Co sind wohl schon etwas älter.

Ich habe natürlich auch Leichen ausgegraben. Relikte aus längst vergangener Zeit, so zu sagen die Ötzis in meinem Tiefkühler. Das sind in erster Linie Schollenfilets und TK Sojabohnen meiner Schwester. Sie scheint eine besondere Affinität zu Schollenfilets gehegt zu haben, die Liebe reichte aber nicht aus und so ließ sie sie bei ihrem Umzug zurück.

So einiges könnte ich noch berichten, aber besser schlafen, denn das fördert die Gesundheit.

Mittwoch, 22. Juli 2009

Mein Ferkel

Liebe LeserInnen! Ich muss das Bett hüten und darum gibt es im Moment keine Neuigkeiten aus Töpfen und Backrohr. Hier der niedliche Grund (ich habe mir kein Haustier zugelegt...):

Montag, 20. Juli 2009

Zum Blumentritt




Einmal im Jahr steigt in St. Aegyd das Fest der Feste, nämlich das Waldfest der Freiwilligen Feuerwehr. Eva, die alte Bergfexin und Waldfest-Erfahrene, überredete mich sie auf einen Wochenend Trip dorthin zu begleiten.

Die 90-minütige Anfahrt von Wien ist wild romantisch. Denn St. Aegyd liegt mitten in den kleinen Tälern und grünen Bergen des Mostviertels unweit von Göller und Gippel und nur einen Katzensprung von der Steiermark entfernt. Hier ist die Welt noch in Ordnung: Tankstellen sind von 7:00-19:00 geöffnet, mit Lavendel begrünt und die Preistafel wird natürlich händisch beschriftet. Die Straßen sind gesäumt von alten Sommerfrische Häusern, der einen oder anderen Jugendstilvilla, verfallenen Gutshäusern und Herzerl Mitzis Lebkuchen Bäckerei.

Kurz vorm Ziel passiert man Gasthöfe mit so klingenden Namen wie "Altes Weibl", "Kalte Kuchl" und "Stiefsohn" und erreicht schließlich - völlig ausgehungert - den hübschen Gasthof "zum Blumentritt". Dieser wird von 2 Schwestern geführt, die eine in der Küche, die andere bei den Gästen. Die Küchen-Schwester begrüßte uns fröhlich und übernahm den "check-in". Unser Zimmer war einfach und sauber und vom Fenster aus konnten wir die St. Aegyder auf Ihrem Weg zu Waldfest, Kirche und Friedhof beobachten. Damit haben wir uns aber nicht lange aufgehalten, denn der Magen knurrte und wir hatten uns Tags zuvor per Telephonat vergewissert, dass Steinpilze und Eierschwammerl vorrätig sein würden.


Der Blumentritt gehört zu den "Jeunes Restaurateurs d'Europe" und Ulli Hollerer-Reichl kocht wunderbar. In der Egydystube sitzt man äußerst charmant und schön. Der Service ist zuvorkommend und hat den Schalk in den Augen. Beim Lesen der Karte bestätigt sich die Vorfreude und just da beginnt mich mein Magen zu quälen so dass ich schweren Herzens auf die Nachspeise verzichten muss. Steinpilze mit Rucola und Grana schmecken hervorragend und meine Kärntner Kasnudeln können jeder Kärnter Oma das Wasser reichen. Die Fülle der Nudeln ist überraschend weich, was aber nur eine Feststellung sein sollen und mir gut geschmeckt hat.


Zur Nachspeise hätte mich noch die Schokoladenvariation gelockt oder auch ein Minieiscafe (= Espresso + 1 Kugel Vanilleeis + Schlagobers), aber leider leider … der böse Magen.

Macht nix, denn wir wollten schließlich zum Waldfest aufbrechen. 15 Min. zu Fuss aus St. Aegyd hinaus und hinein in den Wald und schon standen da zwischen den Bäumen kleine Standln, eine Bühne mit Lifeband und Tanzfläche und zwischen den Bäumen - wunderhübsch anzusehen - Lichterketten gespannt. Ein bisserl wie in einem kitschigen Film. Trotz Nieselregen, Regenjacke und durchnässten Schuhen hatten wir mit den St. Aegydern und besonders mit Christa vom Blumenwirt und Christian dem tiroler St. Aegyder großen Spaß. Erst nach dem letzten Lied gegen 2 Uhr Früh gaben Eva und ich auf und flüchteten in den Blumentritt auf eine heiße Dusche. Nächstes Jahr ist das Waldfest schon fix in unseren Kalendern eingeplant und davor schaffen wir es hoffentlich nochmal in den Blumentritt.

Zum Blumentritt
3193 St. Aegyd am Neuwalde
www.zumblumentritt.at

Pizzeria Riva


"Die beste Pizza in Wien" … Tipps dieser Art regnet es ja regelmäßig. Darum will ich mich auch nicht darauf versteifen. ABER ich möchte das Interesse des Lesers unbedingt auf Pizzeria Riva auf der Summerstage lenken. Deren Geschichte hat sich ja bereits herumgesprochen und sei deswegen nur kurz umrissen: Sohn eines bekannten Schuhgeschäft Besitzers in Wien mag eigentlich keine Schuhe, weil sein Herz eher für die Gastronomie schlägt. Spricht ihn eines schönen Tages der Betreiber eines Lokals auf der Summerstage an und der Schuhgeschäfts-Sohn kommt ins Grübeln, kauft in seiner Heimatregion Napoli einen Original-Pizzaofen, lässt sich mit Zutaten aus Italien beliefern … der Rest ist Geschichte.

Ergebnis ist eine wirklich gute, sehr dünne Pizza, die einem nach Verzehr nicht den restlichen Abend wie ein Stein im Magen liegt. Wer es lieber amerikanisch mit Double-Cheese Crust, Extra Salami, Halloumi Käse oder Cookie-Topping mag, der ist hier falsch. Die Pizza Isola Verde (Tomaten, Mozarella, Proscuitto und Rucola) kann sich jedenfalls sehen lassen.

"Außergewöhnlich" in Wien ist wohl auch die "Pizza bianca". In diesem Fall kommt keine Tomatensauce auf die Pizza, und somit der Belag direkt auf den Teig.


Die Pizzabäcker sind richtige Italiener, sprechen "solo italiano"und versprühen mediterranen Charme. Und warum jetzt die "beste" Pizza auf der Summerstage und nicht einfach auf die "beste" Pizza" gleich ums Eck? Weil an der Summerstage eine kühle Brise weht, und auch in der Stadt ein wenig Land "Feeling" aufkommt.


Nicht zu empfehlen ist übrigens die sensationell scheußliche Bowle, die nach einer Kreation aus Zuckerwasser, Alkohol und Tiefkühl Beerenmix (Typ extra billig) schmeckt.

Davon abgesehen…. Pizzeria Riva….ti amo!
Pizzeria Riva
www.summerstage.at

Freitag, 17. Juli 2009

Gazpacho

Es ist heiß, heiß, heiß in Wien. Abhilfe schaffen da nur das Büro (klimatisiert) und das Badeschiff für eine after-work Abkühlung. Gestern gesellte sich Kazi zu mir (Badeschiff, nicht Büro) und wir zogen gemeinsam 50min. lang eine Länge nach der anderen. Das Wasser ist wunderbar kühl, der Ausblick fabelhaft auf die in Abendröte getauchte Urania und gelegentlich gibt es auch Musik, was mich noch beschwingter meine Tempi machen lässt. Wer Lust hat kann es sich anschließend auch an Deck gemütlich machen, Cocktails trinken oder Steckerlfisch essen (alles noch nicht probiert).

"Abkühlung" ist wie eine Droge. Fängt man einmal an, so kann man nicht mehr aufhören. So erging es auch mir gestern und ca. bei länge 63 (hier übertreibe ich vielleicht ein wenig) kam mir der Gedanke an eine Gazpacho. Das hängt auch damit zusammen, dass der Tangoero gerade auf Mallorca die Seele baumeln lässt und ich ihm zumindest auf dem Teller in seinem Spanien Feeling nacheifern wollte.

Zuhause angekommen habe ich in Windeseile - denn es geht wirklich schnell - meine Gazpacho zubereitet und auch ordentlich gewürzt. Dazu gab es Brot mit Ziegenfrischkäse. Ahhhhhhhh, refreshed!


Gazpacho
1/2 Salatgurke (entkernt)
2 Tomaten (entkern)
1 rote Paprike (entkernt)
1 Pkg. passierte Tomaten
1 TL Tabasco
Pfeffer, Salz
7 Basilikum Blättchen
3 EL Olivenöl
3 EL Sherry Essig
2 Scheiben Toast (20min in Wasser einlegen)
  • Gemüse grob zerkleinern und im Mixer purieren.
  • Gewürze und Brot hinzufügen und nochmals mixen
  • 1/4l Wasser, Öl und Essig hinzufügen und nochmals mixen.
  • Mit 2 Eiswürfeln pro Teller servieren.

Summer in the City