Samstag, 28. Februar 2009

Kokosnuss Shortbread

Endlich geht es mir wieder besser! Ich möchte mich an dieser Stelle auch für die vielen "Gute Besserungs-Wünsche" bedanken, die ich von meinen lieben Lesern erhalten habe! Das hat mich sehr gefreut. Ich soll mich allerdings noch brav schonen und eher zu Hause bleiben. Mein Arzt weiß wohl nicht, dass die größte Schonungs-Gefahr von meiner Küche ausgeht.

All die aufgestauten Rezepte versetzten mich heute in einen Glückstaumel und ich habe mich sogleich ans Backen gemacht. Schokolade-Walnuss Cookies, Sauerkirsch-Mandel Cookies und diese Flugzeuge aus Kokosnuss Shortbread. Die Küche versinkt im Chaos und ich fühle mich pudelwohl. Für heute Abend habe ich mir aber absolute Ruhe verordnet und muss leider einem Ball fernbleiben auf den ich mich schon seit Wochen freue.

Zurück zum Shortbread: Das Ergebnis schmeckt ausgezeichnet. Ich habe den Teig bewusst ganz dünn ausgewalkt und daher ganz dünne und knusprige Kekse erbacken. Natürlich kann man das Shortbread auch klassisch fingerdickes zubereiten. Der Teig ist sehr sehr wärmeempfindlich und muss rasch und mit möglichst wenig Körperkontakt verarbeitet werden. Andernfalls wird er bröselig und hält nicht mehr zusammen.


Kokosnuss Shortbread

50g Kokosnuss, gerieben
180g Butter, Raumtemperatur
110g Zucker
3/4TL Salz
150g Mehl
  • Butter und Zucker cremig rühren
  • Andere Zutaten untermengen und Teig 1h kalt stellen
  • Teig dünn auswalken und Kekse ausstechen
  • Bei 160°C ca. 10min. backen

Freitag, 27. Februar 2009

Schalottensauce (zu Fisch)

Seit etwa einem Monat verkaufen die DieFischbauern am Rochus- und am Naschmarkt Eismeersaiblinge aus dem Ausseerland von ausgezeichneter Qualität. Bei der Auswahl quält man sich zwischen Frischfisch und Räucherware. Beide sind köstlich.

Zwei solche Filets lagen in meinem Kühlschrank, warteten auf Verwendung und wurden schließlich auch ganz hervorragend zubereitet. Darüber möchte ich hier aber nicht berichten. Sondern vielmehr über eine köstliche Sauce auf die ich im Sacher Kochbuch stieß und probekochte. Es handelt sich um eine aromatische Schalottensauce, die gut zu Saibling und ähnlichen Fischen passt. Sie sei euch sehr empfohlen.


Schalottensauce (zu Fisch)

300g kl. Schalotten
3 EL Olivenöl
3 Knoblauchzehen, ganz, angequetscht
1 EL brauner Zucker
4cl weißer Portwein
4cl Süßwein
2EL weißer Balsamessig
300ml Hühnerfond/Gemüsefond
Salz
Muskatnuss, gemahlen
Kümmel, ganz (ca. 10)
1 Lorbeerblatt
2 EL kalte Butter
  • Zucker und Knoblauch (ganz) leicht karamelisieren
  • Olivenöl und Schalotten zugeben und glasig schwitzen
  • Mit Portwein, Beerenauslese und Essig ablöschen.
  • Lorbeerblatt und Kümmel zugeben und Flüssigkeit vollständig einkochen
  • Mit Hühnerfond aufgießen, salzen, pfeffern, etwas Muskatnuss
  • auf die Hälte einkochen (Schalotten bissfest)
  • Lorbeerblatt entfernen und mit kalter Butter montieren

Kokosnuss Parfait

Meine Schwester weilt auf Jamaica, in Wien schlechtes Wetter. Der Küchenfee stand es nach Karibik Feeling in Vienna und sie beschloss sich an kleinen Kokosparfaits zu versuchen (natürlich spielt groß oder klein eigentlich keine Rolle). Das Ergebnis ist durch Kokosnuss in verschiedenen Nuancen und Ausprägungen wirklich karibisch geworden. Ich finde es hübsch das Parfait in kleinen Förmchen zu portionieren und auf Ananas Carpaccio mit ein wenig gehackter Minze zu servieren. Noch besser: Chili-Ananas Salat mit Minze bietet einen guten Kontrast zur Süße des Parfaits.


Kokosnuss Parfait
125 g weiße Schokolade
2 Eier
1 Eidotter
40g Zucker
200 g Kokoscreme
6 EL Kokoslikör
0,25 l Schlagobers

  • Weiße Schokolade über Dampf schmelzen und Kokoscreme (vor Gebrauch gut schütteln) unterrühren und etwas abkühlen lassen.
  • Eier, Zucker und Likör über Dampf zu einer Sabayon aufschlagen und- sobald sie schön fest ist- in Eiswasser (oder im Winter auf dem Balkon) kalt schlagen.
  • Schlagobers schlagen
  • Abgekühlte Schokolade unter Sabayone rühren. Zum Schluss Schlagobers unterheben.
  • Parfaitmasse in kalt ausgespülte Förmchen füllen und mind. 4h tiefkühlen.

Krankenkost

Noch immer liege ich danieder, kann aber heute endlich ohne Übelkeit den Bildschirm ansehen. Auch auf meiner Stirn lassen sich keine Spiegeleier mehr grillen .... ach was hatte ich nicht schon für Pläne geschmiedet. Ich könnte euch auch über die Vorteile eines sogenannten "Katzenfells" berichten .... ich lasse es.

In der Küche war ich leider gar nicht unterwegs und darf es auch nicht (wobei ein Rezept für Haferflocken Kekse schon die ganze Zeit vom Nachtkasterl aus mit mir flirtet). Dennoch kann ich kulinarisch einiges bebloggen, nämlich über die Krankenkost, die mir von verschiedensten Lieben zubereitet wird.

Die ersten Tage habe ich leider nichts gegessen, was äußerst ermüdende Konsequenzen hatte. Dann hat mein geliebtes Schwesterherz für mich den Kochlöffel geschwungen und wunderbare Dinge wie Naturreis mit frischer Anis-Gemüsepfanne oder Kartoffeln, kleiner Gartensalat und selbstgemachter Kräutertopfen für mich gezaubert. Am schönsten war immer die Aufmachung auf dem Teller. Ich wollte gar nicht anfangen zu essen aus Angst das Meisterwerk zu zerstören. Dann natürlich zahllose köstliche Apfel-Haferflockenteller meiner Mutter, die mit Zimt und Nelken gewürzt sind und mit Bananenstückchen angereichert (mit Wasser, nicht mit Milch).

Ja, und gestern dann zuerst ein Tiefpunkt: Mittagsmenü von Radatz "Tafelspitz". Brrrrrrrrrr. Aber am Abend dann ganz hervorragende Bachsaiblingfilets mit Koriander gewürzt, kleine Kartoffeln und französische Zucchini. Dieses Gericht kam schon halb aus meiner Pfanne.

Zur Aufmunterung bekam die arme Kranke, dann noch Palatschinken von der besten Mama der Welt. Dazu habe ich meine Marmeladensammlung aufgereiht (beim Backen sammelt sich einiges an) und durchprobiert, welche Kombination denn nun so zusammenpasst. Preiselbeer-Marille fand ich sowohl für das Auge eine Wucht, als auch auf dem Gaumen einen Traum. Jedenfalls mehr Preiselbeere als Marille nehmen.

Soviel von meinem Krankenbett. Und ich kann nur sagen, dass dieses Haferflockenkeks Rezept mir gerade eine Kusshand zugeworfen hat, ohne dass ich es auch nur angeschaut hätte. Ach..... diese Versuchung! ... muss dringend gesund werden!

Aus Ermangelung an aktuellen Photos:

Sonntag, 22. Februar 2009

Steinpilzpolenta

Ich muss auf einen Post reagieren. Eine liebe treue Leserin kann die Holzfällermuffins nicht mehr sehen. Dem möchte ich Abhilfe schaffen. Auf das Schokoladeangebot komme ich gerne zurück :-) ...

Schweift der Blick aus dem Fenster so trifft er nur auf weiße Flächen. Märchenhaftes Schneegestöber über Wien! Verschneite Gassen, genussvolles Knirschen unter den Schuhsohlen, das Auto möchte freigeschaufelt werden .... freiwedeln reicht nicht aus.

Verkehrsfunk und Nachrichten präsentieren dieses Winterwonderland als Schurken des Tages ... ach nein, ist doch so schön. Und ich möchte rooooodeln auf einem alten Holzschlitten. Leider, ich bin krank und ans Bett gefesselt. Die Rodel parkt im Keller und kommt so bald auch nicht heraus. Endlich Zeit euch in den folgenden Posts über meine Kocheskapaden der letzten Woche zu berichten.

Zuerst war da einer dieser grauen Abende und ich hatte es nicht zum Einkaufen geschafft. Vom Vorarlbergurlaub letzten Sommer hatte ich aber noch etwas Biopolenta, sowie getrocknete Steinpilze. Ein letzter Rest Butter, Parmesan und Schlagobers fanden sich auch noch (nicht vom letzten Sommer). Nach Steinpilzpolenta lag mir der Sinn. Nicht als Beilage, sondern ein ganzes Schüsserl als Abendessen mit Löffel. Ach wie diese Kombination aus Thymian, Steinpilzen und Parmesan duftet. Unglaublich.

Steinpilzpolenta
1 Tässchen Polenta
4-fache Menge Wasser/Gemüsebrühe
1 handvoll getrockneter Steinpilze, 20min in lauwarmem Wasser eingelegt
3EL Schlagobers
1EL Butter
1EL Olivenöl
5EL Parmesan, gerieben
1/2 TL Thymian, getrocknet
1 Zwiebel, würfelig
1 Knoblauchzehe, gepresst
Salz, Pfeffer

  • Wasser und 1/2TL Salz zum Kochen bringen, Polenta einrühren und ab nun 20-25 immer wieder umrühren.
  • Gegen Ende Temperatur reduzieren, Schlagobers, 3 EL Parmesan und 4EL der Steinpilzflüssigkeit einrühren. Warm beiseite stellen.
  • Zwiebel in Öl und Butter anschwitzen bis sie goldbraun sind. Ev. mit Madeira ablöschen.
  • Gehackte Steinpilze, Thymian und Knoblauch zufügen und bei kleiner Hitze noch 2min schmurgeln.
  • In Schüsserln anrichten und gebratene Steinpilze auf Polenta verteilen
  • Mit Parmesan bestreuen.

Samstag, 14. Februar 2009

Holzfällermuffins

Ja, ich wiederhole mich. Aber: Kaaaaaaalt! Ohne meine himbeerrote Giesswein Decke wäre ich wohl schon erfroren. In solchen Zeiten stellt der Körper auf "Notstrom" um und braucht dementsprechend extra viel Primärenergie. Diese führe ich ihm heute in Form von "Holzfällermuffins" zu. Die Geschmackskomponenten sind ein bekanntes, vielleicht auch etwas abgedroschenes Team: Speck, Zwiebel (und Frühlingszwiebel) und ein Tick Käse.
Der Muffin schmeckt von einem großen Salat begleitet, als Ersatz von Brot zur Suppe genossen, oder einfach als Jause im Büro (oder zu Hause).


Holzfällermuffins
A
100g Hamburger Speck, klein geschnitten
1 Zwiebel, in Würfeln
1 Bund Frühlingszwiebel, klein geschnitten
1 TL Öl

B
260g Mehl
1/2 TL Natron
2 TL Backpulver
1 EL Petersilie
1 EL Schnittlauch
Pfeffer

C
1 Ei
50g Pflanzenöl (Raps, Sonnenblumen etc.)
150g Topfen (10%)
90ml Buttermilch
2 EL Wasser

D
2EL geriebener Käse (Gruyere, Beaufort, in der Not Emmentaler)
  • Speck, Zwiebel und Lauch in Öl anbraten (ca. 4min.) und auskühlen lassen
  • Alle (B) Zutaten vermischen
  • Alle (C) Zutaten kräftig verrühren
  • abgekühlte (A) Zutaten unter (B) mischen und dann (C) unterrühren
  • auf Muffinsförmchen verteilen
  • bei 180°C ca. 20min. backen
  • nach 15min. die Muffins mit geriebenem Käse bestreuen