Freitag, 2. Januar 2009

Pizza Margherita

Nach 6 Wochen melde ich mich zurück. Das Jahr 2008 habe ich mit einer französischen Kürbissuppe mit Jakobsmuscheln abgeschlossen und 2009 mit Pizza Margherita eröffnet.
Da die Kürbissuppe nicht so ganz meinen Geschmack traf, möchte ich mich gleich der Pizza zuwenden.

Meine liebe Großmutter hat mir nämlich zu Nikolo ein Kochbuch über die italienische Küche geschenkt in dem ich seitdem emsig blättere. Besonders alles zu Sizilien hat es mir angetan, da ich im Mai einen Kurztrip dorthin plane. Meine erste ornithologische Reise!

Zurück zur Pizza Margherita, die ihren Ursprung natürlich nicht auf Sizilien, sondern in Kampanien hat. Die Geschichte besagt, dass ein Pizzabäcker sie 1889 zu Ehren von Königin Margherita erfand.

Mit dem Ergebnis meiner Pizza Marghertia bin ich besonders zufrieden und habe Sie aus diesem Grund auch schon zum Frühstück zubereitet. Welch ein Start in den Tag!


Pizza Margherita
Für den Teig:
30g Germ, frisch
400g Mehl
1/4l Wasser
2 Prisen Zucker
1/2 TL Salz

Für den Belag:
250ml passierte Tomaten
2 EL Tomatenmark
1,5 TL Oregano, getrocknet
1 TL Thymian, getrocknet
1 Knoblauchzehe, gepresst
2 EL Olivenöl
250g frische Tomaten
Salz und Pfeffer
1 Mozarella (wahlweise Büffelmozarella)
2 EL frisch geriebenen Parmesan
1 Handvoll frisches Basilikum

  • Für den Teig in einer kleinen Schüssel Germ, Zucker, Salz und 6 EL lauwarmes Wasser verrühren. Dann 4 EL Mehl unterrühren. Diesen Vorteig zugedeckt an einem warmen Ort 30 Min. gehen lassen.
  • Restliches Mehl aufhäufen, eine Mulde eindrücken, Vorteig in die Mulde geben und alles mit 1/4 lauwarmen Wasser gut verkneten.
  • Diesen Teig in einer Schüssel an einem warmen Ort min. 1h gehen lassen bis sich das Volumen verdoppelt hat.
  • In der Zwischenzeit Sauce vorbereiten. Passierte Tomaten, Tomatenmark, Gewürze, Olivenöl, Salz und Pfeffer verrühren. Tomaten und Mozarella in dünne Scheiben schneiden.
  • Backrohr auf 225°C vorheizen.
  • Backblech mit Backpapier auslegen und Teig darauf verteilen.
  • Teig mit Tomatensauce bestreichen, mit Tomaten belegen und mit Mozarella abschließen.
  • 15 Min backen
  • geriebenen Parmesan und Basilikumblätter (mit Olivenöl benetzt) auf der Pizza verteilen.
  • Nochmals 3min. backen
Buon Appetito!

Sonntag, 16. November 2008

Kochkurs: Dalmatinische Fischküche

Zu meinem Abteilungswechsel machte mir meine ehemalige Abteilung ein unglaublich aufmerksames Geschenk: Einen Gutschein für einen Kochkurs (Kochmütze und Schürze mit meinem Namen versehen waren auch dabei).

Ich grübelte also auf der Website von "Kochen in Wien" über dem Kursangebot und entschied mich für dalmatinische Fischküche. Der Grund war ein einfacher: Ich möchte in Zukunft mit Blick auf eine ausgewogene Ernährung mehr Fisch essen, bin aber in der Zubereitung noch etwas unsicher. Et voila... schon war der Kurs gebucht.

Vergangenen Samstag fand ich mich also um 9:30 im Restaurant Konoba ein um in den folgenden 5 Stunden einiges zum Thema Fisch vermittelt zu bekommen. Folgendes Menü war geplant:
  • Miesmuscheln in Weissweinsud
  • Klare Fischsuppe
  • gebratener Wolfsbarsch/ Goldbrasse mit Mangold-Kartoffel Gemüse
  • gebackene Mäuse an Weinschaum
Zum Thema Miesmuscheln kann ich seit meinem Erasmus Frankreich Aufenthalt nicht mehr viel lernen. Im Herbst sind dort die Miesmuscheln günstiger als Kartoffeln und als Student mit eingeschränktem Budget isst man dann eben regelmäßig Muscheln (und im 9m2 Studentenheimzimmer hält sich der köstliche Duft 3 Tage).

Interessanter wurde es beim Fisch, den wir zuerst entschuppten, ihm dann mit Gewalt die Kiemen entfernten (herausrissen trifft es besser), dann die Bäuche aufschlitzten und die Gedärme herausnahmen. Nun ja, ich bevorzuge küchenfertige Fische.
begeisterte Blicke beim Ausnehmen der Fische - in der Schüssel befinden sich die Innereien

Sodann wurde fleißig Gemüse geschnippelt, wobei der Schwerpunkt eindeutig beim Knoblauch lag. Unglaublich welche Mengen Knoblauch in Kroatien in einer einzigen Speise verschwinden.

Mein persönliches Highlight waren die gebackenen Mäuse. Die gab es als ich klein war immer bei einer lieben Urstrumpftante. Goldbraungebacken, saftig und mit Zucker bestaubt... unvergesslich.
Man bereitet einen Germteig zu, verwendet aber statt Milch nur Wasser. Dann werden mit der Hand "Mäuse" ins heiße Öl gesetzt und herausgebacken. Die anderen Kursteilnehmer standen der Speise eher skeptisch gegenüber. Mich hingegen überkam die Nostalgie... ach, ich hätte alle Mäuse alleine aufessen können!
beim Zubereiten von Gebackenen Mäusen

All in all, war es ein sehr unterhaltsamer Tag. Ich habe zwar nicht rasend viel dazu gelernt, konnte mir aber viele Tipps holen, und sehe der Fischküche jetzt voller Zuversicht entgegen.

Das Restaurant Konoba möchte ich jedem ans Herz legen. Dalmatinischer Charme (nicht kitschig), gute kroatische Weine, und hervorragende Fischqualität.... und vieeeel Knoblauch!
gebratene Goldbrasse mit Mangold-Kartoffelgemüse
Konoba
8., Lerchenfelder Strasse 66-68
Tel: 01/ 929 41 11
So-Fr: 11:00-14:00 und 18:00-24:00
Sa & Feiertags: nur abends

Apfelstrudel

Nach dem freitäglichen Besuch im Noi ging es dieses Wochenende kulinarisch nur noch bergab. Samstag Früh (sehr früh) konnte ich nicht widerstehen und kehrte beim Würschtlstand bei der Albertina auf eine Bratwurst mit Senf/Ketchup und einem Scherzerl ein. Seit dem Umbau vor ein paar Jahren gefällt es mir dort leider gar nicht mehr, denn man fühlt sich wie bei McDonalds - auch was den Service betrifft. Sonntag Früh (wieder sehr früh) kam ich das erste Mal in den Genuss von "Türkis" auf der Mariahilferstr. und verzehrte dort ein Falaffel Pita. Auf meinem Falaffelranking belegt dieses den letzten oder vorletzten Platz.

Erst Sonntag Nachmittag kehrte wieder Ruhe in meinem Leben ein. Die auf dem Bauernmarkt erstandenen Äpfel wollten in einen Apfelstrudel verpackt werden. Zum "Aufpeppen" fügte ich noch eine Quitte und eine Birne hinzu. Inspiriert hat mich Dagi, die - als ich sie und die bezaubernde Marie-Therese gestern besuchte auch einen Apfelstrudel im Rohr hatte. Das wunderbare am Apfelstrudelbacken ist, dass die ganze Wohnung danach nach Sonntag duftet.

Apfelstrudel à la Natascha

Zutaten:
1 Packung Tante Fanny Vollwert Strudelblätter
5 säuerliche Äpfel
1 Birne
1 Quitte
2EL Butter
2EL Semmelbrösel
2EL gemahlene Mandeln
2EL Rum
1EL Rosinen
2EL Zucker
1TL Zimt, gemahlen
1/4 TL Nelken, gemahlen
1/2 Zitrone, Saft

Und so wird's gemacht:
  • Rosinen in Rum einlegen und an einem warmen Ort ziehen lassen.
  • Obst in größere Würfel schneiden und in einer Schüssel mit Zitronensaft, Zucker, Zimt und Nelken vermischen. Beiseite stellen.
  • In einer Pfanne die Butter erhitzen und Semmelbrösel und Mandeln darin goldgelb anbräunen.
  • Ein Geschirrhangerl nass machen, gut auswringen, auf einer Fläche ausbreiten.
  • 3 Strudelblätter darauf ausbreiten. (nach Wunsch zwischen den Strudelblättern flüssige Butter verstreichen)
  • Rum Rosinen zu Fülle hinzufügen.
  • Brösel am unteren Ende des Strudelblatts verteilen und Obst darüber verteilen.
  • Strudel mit Hilfe des Geschirrhangerls aufrollen und mit der Naht nach unten auf ein Backblech rollen. (Backpapier!)
  • Mit flüssiger Butter bestreichen und bei 200°C ca. 30Min backen.
Anmerkungen: normalerweise kommen noch 2EL grob gehackte Walnüsse in den Strudel.

Samstag, 15. November 2008

Noi

In ausgesprochen netter Runde verschlug es mich Freitag Abend nach Ottakring auf den Brunnenmarkt, wo sich das Restaurant "Noi" befindet.

Gemütlich, unkompliziert, die Küche mitten im Gastraum (man riecht nachher aber nicht nach Küche) und unglaublich angenehme Musikauswahl (auch was die Lautstärke betrifft). Nebenbei ist auch noch alles verkochte "bio". Die Karte findet sich auf einem kleinen Clipboard und gliedert sich in 4 verschiedene Menüvorschläge. Die Gerichte können selbstverständlich auch separat bestellt werden. Am Freitag standen folgende Menüs zur Auswahl: "Go 4 Gansl", "Rundumgsund", "Benefisch" und "Saulos".

Bei einem Gläschen Hauswein (nicht so gut) entschied ich mich für folgende Speisenfolge:
  • Pastinakencremesuppe: ein Gedicht! Schön mollig, knusprige Croutons, und die Pastinake nicht totgekocht.
  • Bio-Gänseleberparfait mit Ofenrubinette und Nussbrioche: das Parfait in perfekter Konsistenz, gut gewürzt, aber nicht überwürzt, genau die richtige Menge; die Äpfel dazu ein Traum. Das Nussbrioche sah fälschlicherweise auf den ersten Blick wie ein trockenes Vollkornweckerl aus, war aber saftig, briochig und ganz leicht nussig.
  • Tarte aux Noix mit Quitten-Rum-Eis: dieses Eis übertraf geschmacklich alles! eine leicht alkoholische Note und die volle Frucht der Quitte. die Tarte: sehr nussig und saftig mit knusprigem Boden.

Ich hoffe es ist mir gelungen zu vermitteln, dass es mir ausgezeichnet geschmeckt hat.

Die Weinkarte ist übrigens sehr klein und 100% bio. Ich habe 2 Rotweine probiert. Der eine hat mir überhaupt nicht geschmeckt, der andere sehr gut. Man muss die Auswahl wohl noch genauer unter die Lupe nehmen.

Das Noi sei jedem, der einen entspannten Abend mit Freunden bei ausgezeichnetem Essen verbringen möchte ans Herz gelegt!

Und ein Kochbuch gibt es jetzt auch vom Noi "Dreimahl".
Noi
16.; Payergasse 12
Tel: 01/4031347
Di-Sa: 11:00 - 24:00
Menü: € 19,00 - € 33,00

BioBar

Seit der Tragödie im Köstlich bin ich ja Mittagsstammlokallos. Ein trauriger Zustand der an die Substanz geht. In meiner Verzweiflung war ich diese Woche 2 mal in der Biobar, die sich zwischen Am Hof und Judenplatz befindet. Vor 1,5 Jahren habe ich dort einige nicht so schöne Mittagessen erlebt und habe die Lokalität seitdem gemieden.

Der Charme ist nach wie vor nur im Nanobereich messbar, der Service zweifelhaft, das Essen ebenso. Jetzt wollen wir diese Anschuldigungen aber doch an handfesten Argumenten festmachen.

Tagesgericht: gegrillte Kürbisschnitte auf Vollwertnudeln mit Pesto.

Das klingt ja schon mal nicht unbedingt verführerisch, aber in der Not... Ich traute mich dennoch nachzufragen worum es sich denn bei der Kürbisschnitte handle. Antwort: "A Kürbis is deeees, wos dort in der Eckn steht". (das war mir klar)
Bei nochmaligem Nachfragen rief uns der Koch dann zornig zu: "Na so wie's in der Koartn steht".
Der Leser wird verstehen: dieses Gericht mussten wir einfach bestellen! Zuerst erreichte uns der Beilagensalat, welcher interessanterweise ausschließlich mit einer beeindruckenden Menge Öl (Raps, Sonnenblumen o.ä.) mariniert (nennt man das auch bei Öl so?) war. Dekoriert mit 2 Scheiben roten Zwiebels. Sodann folgte das mit Neugierde erwartete Gericht, das ich hier kurz beschreiben möchte. 2 Scheiben Hokaido Kürbis in Fett angebraten (nicht gewürzt) teilten sich den Teller mit butterweich gekochten Vollkornnudeln und gänzlich geschmacksneutralen Pesto. Dieses Duo war auf pürierte Tomaten (ich sage bewusst nicht "Sauce", denn sie war nicht gewürzt) angerichtet.

Wer jetzt meint, dass Sophie und ich besonders kompliziert sind, hat möglicherweise gelegentlich recht. In diesem Fall allerdings freut es mich zu berichten, dass wir uns in guter Gesellschaft befanden. Ein Großteil der Gäste stellte die selben Fragen und bekam auch jedesmal die selbe Antwort.

So bin ich weiterhin eine Mittagsstammlokallose und treibe gleich einer Schiffbrüchigen auf der stürmischen See der Lokale im 1. Bezirk.

Biobar
1.; Drahtgasse 3
Mo-So: 12:00 - 22:30
HS + Suppe/Salat: € 6,90

Montag, 10. November 2008

Pfeilwurzmehl

Was ist das denn, dachte ich mir als ich diese Zutat in einem Kochrezept entdeckte.

Ganz einfach! In der Natur sieht die Pfeilwurz so aus:

Ist ihre Wurzel aber einmal getrocknet und gemahlen, so dient sie als Kartoffel und Maisstärke (Maizena) Ersatz.

In Südamerika wurde das Pfeilwurzmehl von den Arawaks (Ureinwohnern) als Stärkemehl zum Kochen und zum Entfernen von Gift (durch Pfeile verursacht) aus Wunden verwendet. Daher kommt auch der englische Name "Arrowroot". Die Pfeilwurz ist besser verträgliche als etwa Weizen oder Kartoffelstärke und hat beim Kochen den Vorteil, dass die Sauce/Creme nicht milchig trüb wird, sondern klar bleibt. Weiters dickt sie bereits bei 65°C ein.

Ganz günstig ist die Sache allerdings nicht. Bei Maran (Biomarkt) habe ich für ein 250g Glas € 6,36 gezahlt.